Registrierung oder Lizenz
CASPs müssen feststellen, ob die Respondent Entity registriert oder lizenziert ist.
Die Vorschrift verlangt von CASPs eine spezifische EDD-Prüfung, bevor sie grenzüberschreitende Krypto-Korrespondenzbeziehungen mit Respondent Entities außerhalb der Union eingehen. Entscheidend sind Registrierung oder Lizenzierung, Geschäftsmodell, Reputation, Aufsicht, AML/CFT-Kontrollen, Senior Approval, Verantwortlichkeitsdokumentation und besondere Schutzmaßnahmen bei Payable-Through-Crypto-Asset-Accounts.
CASPs müssen feststellen, ob die Respondent Entity registriert oder lizenziert ist.
Geschäft, Reputation, Aufsichtsqualität und AML/CFT-Kontrollen der Respondent Entity sind zu bewerten.
Neue Krypto-Korrespondenzbeziehungen benötigen vorab Senior-Management-Genehmigung.
AMLA konkretisiert Kriterien, Elemente, Risikominderungsmaßnahmen und Mindestmaßnahmen bei nicht registrierten oder nicht lizenzierten Respondents.
Art. 37 folgt einer krypto-spezifischen EDD-Gate-Logik: Respondent Entity außerhalb der Union erkennen, Registrierung oder Lizenzierung prüfen, Geschäftsmodell und Aufsichtsqualität bewerten, AML/CFT-Kontrollen analysieren, Senior Management einbinden, Payable-Through-Crypto-Asset-Accounts absichern, Informationen regelmäßig aktualisieren und risikobasierte Minderungsmaßnahmen festlegen.
Art. 37 muss in ein CASP-spezifisches Respondent-Due-Diligence-Framework übersetzt werden, das Krypto-Services, Transfers of Crypto-Assets, Registrierungs-/Lizenzstatus, Payable-Through-Crypto-Accounts, Risikominderungsmaßnahmen und AMLA-Guidelines integriert.
| Baustein nach Art. 37 AMLR | Regulatorischer Inhalt | Operative Bedeutung | TOM-/House-Bezug | Nachweisfokus |
|---|---|---|---|---|
| Abweichung von Art. 36 | Art. 37 gilt by way of derogation from Art. 36 für grenzüberschreitende Korrespondenzbeziehungen von CASPs. | Krypto-Korrespondenzbeziehungen erhalten eine eigenständige EDD-Logik neben klassischem Correspondent Banking. | Crypto EDD · Correspondent Relationship Governance | Article Classification, CASP Relationship Inventory, Art.-37-Scope Decision. |
| Crypto-Asset Services | Erfasst sind Korrespondenzbeziehungen, die die Ausführung von Crypto-Asset Services betreffen. | Die Beziehung muss nach Krypto-Service-Typ, Transferfunktion, Account- bzw. Wallet-Zugang und Produktlogik klassifiziert werden. | Crypto Services · Product Governance | Service Scope, Crypto-Asset Service Mapping, Transfer Flow Evidence. |
| Respondent Entity außerhalb der Union | Die Beziehung besteht mit einer Respondent Entity, die nicht in der Union niedergelassen ist und ähnliche Services einschließlich Transfers of Crypto-Assets anbietet. | Drittstaatenbezug und funktionale Vergleichbarkeit der Services müssen geprüft werden. | Third-Country Risk · Respondent Due Diligence | Jurisdiction, Establishment Evidence, Service Equivalence Assessment. |
| Zusätzlich zu Art. 20 CDD | Die Maßnahmen gelten zusätzlich zu den CDD-Maßnahmen nach Art. 20. | Art. 37 ersetzt Standard-CDD nicht, sondern erweitert sie um krypto-spezifische EDD. | CDD · Enhanced Due Diligence | Art.-20-CDD Evidence, EDD Checklist, Relationship File. |
| Registrierung oder Lizenzierung | CASPs müssen feststellen, ob die Respondent Entity registriert oder lizenziert ist. | Unregistrierte oder nicht lizenzierte Respondents sind ein zentraler Risikotreiber. | Licensing / Registration Controls · Regulatory Status | Register Check, Licence Evidence, Regulatory Status Memo. |
| Geschäftsverständnis | CASPs müssen ausreichende Informationen einholen, um die Art des Geschäfts der Respondent Entity vollständig zu verstehen. | Geschäftsmodell, Kundenbasis, Token-/Asset-Scope, Wallet-Modelle, Länderexposure und Transferlogik müssen verstanden werden. | Respondent Business Model Review · Crypto Risk | Respondent Profile, Service Description, Customer / Asset / Geography Mapping. |
| Reputation und Aufsichtsqualität | Aus öffentlich verfügbaren Informationen sind Reputation der Entity und Qualität der Aufsicht zu bestimmen. | Public-Source-Review, Enforcement, negative Medien, regulatorische Warnungen und Drittstaatenaufsicht werden relevant. | Reputational Risk · Supervisory Quality | Public Source Review, Enforcement Search, Supervisory Assessment. |
| AML/CFT-Kontrollen der Respondent Entity | CASPs müssen die AML/CFT-Kontrollen der Respondent Entity beurteilen. | Kontrollen zu CDD, Wallet-/Account-Monitoring, Travel-Rule-Daten, Screening, Suspicious Activity und Blockchain Analytics sind zu bewerten. | AML/CFT Control Assessment · Crypto Monitoring | Control Questionnaire, Policy Review, Monitoring Evidence, Gap Assessment. |
| Senior Management Approval | Vor Begründung der neuen Korrespondenzbeziehung ist Senior-Management-Genehmigung einzuholen. | Neue Krypto-Korrespondenzbeziehungen mit Drittstaatenbezug benötigen dokumentierte Managemententscheidung. | Governance · Senior Approval | Approval Memo, Risk Rationale, Senior Decision, Conditions. |
| Dokumentation der Verantwortlichkeiten | Die jeweiligen Verantwortlichkeiten jeder Partei der Korrespondenzbeziehung sind zu dokumentieren. | Rollen, Datenflüsse, CDD-Verantwortung, Transferdaten, Monitoring, Screening und Informationsbereitstellung müssen geklärt sein. | Responsibility Matrix · Contract Governance | Agreement, RACI, Data Responsibility Schedule, SLA. |
| Payable-Through-Crypto-Asset-Accounts | Bei Payable-Through-Crypto-Asset-Accounts muss der CASP überzeugt sein, dass die Respondent Entity Kunden mit direktem Zugang identifiziert, verifiziert und laufende CDD durchgeführt hat. | Direkter Kundenzugang über Krypto-Accounts der Correspondent Entity ist ein Hochrisiko-Sonderfall. | Payable-through Crypto Accounts · Customer Access Controls | PTCA Assessment, Direct Access Mapping, Respondent CDD Attestation. |
| CDD-Datenbereitstellung | Die Respondent Entity muss relevante CDD-Daten auf Anfrage bereitstellen können. | CDD-Datenzugang, Response-Fähigkeit und vertragliche Durchsetzbarkeit sind Voraussetzung für kontrollierbare Strukturen. | Data Access · Evidence Governance | CDD Data Request Clause, Test Request, Response Evidence. |
| Dokumentation der Beendigung | Wenn CASPs Korrespondenzbeziehungen aus AML/CFT-Policy-Gründen beenden, müssen sie ihre Entscheidung dokumentieren. | Exit-Entscheidungen müssen risikobasiert, nachvollziehbar und revisionsfest sein. | Exit Management · Risk Governance | Termination Memo, AML/CFT Rationale, Approval, Implementation Evidence. |
| Regelmäßige Aktualisierung | CASPs müssen Due-Diligence-Informationen zur Korrespondenzbeziehung regelmäßig oder bei neuen Risiken in Bezug auf die Respondent Entity aktualisieren. | Respondent Due Diligence ist ein Lifecycle-Prozess, nicht nur Onboarding. | Ongoing Monitoring · KYC Refresh | Review Calendar, New Risk Trigger, Updated Respondent File. |
| Risikobasierte Minderungsmaßnahmen | Die erhobenen Informationen sind zu berücksichtigen, um risikosensitiv angemessene Maßnahmen zur Minderung der Risiken der Respondent Entity zu bestimmen. | Die EDD-Ergebnisse müssen zu konkreten Kontrollen, Beschränkungen oder Monitoring-Maßnahmen führen. | Risk Mitigation · Control Calibration | Risk Mitigation Plan, Control Selection, Conditions, Monitoring Rules. |
| AMLA-Guidelines bis 10.07.2027 | AMLA erlässt Guidelines zu Kriterien und Elementen der Bewertung sowie Risikominderungsmaßnahmen, einschließlich Mindestmaßnahmen bei nicht registrierten oder nicht lizenzierten Respondents. | Das Framework muss AMLA-Guideline-ready sein, insbesondere für unregistrierte oder nicht lizenzierte Respondent Entities. | Regulatory Change · AMLA Readiness | Guideline Monitoring, Impact Assessment, Policy Update. |
Wenn Kunden der Respondent Entity direkten Zugang zu Accounts der Correspondent Entity erhalten, entsteht ein besonderes Transparenz- und Kontrollrisiko. Art. 37 verlangt deshalb, dass CASPs überzeugt sind, dass die Respondent Entity diese Kunden identifiziert, verifiziert, laufend überwacht und relevante CDD-Daten auf Anfrage bereitstellen kann.
Art. 37 wirkt auf CASP Governance, Third-Country Respondent Due Diligence, Lizenz-/Registrierungsprüfung, Crypto-Transfer-Risiken, Payable-Through-Crypto-Accounts, CDD-Datenzugriff, laufende Aktualisierung und AMLA-Guideline-Readiness.
Art. 37 ist prüfungsrelevant, weil Krypto-Korrespondenzbeziehungen mit Drittstaaten-Respondents hohe Risiken aus Intransparenz, regulatorischen Unterschieden, Wallet-/Transferstrukturen, unregistrierten Anbietern und direktem Kundenzugang erzeugen können.
| Nachweisbereich | Typische Evidenz | Prüfungsfrage |
|---|---|---|
| Relationship Scope Evidence | CASP-Korrespondenzregister, Drittstaatenbezug, Crypto-Asset-Service-Typ, Transferfunktion. | Wurde die Art.-37-relevante Beziehung korrekt identifiziert? |
| Registration / Licence Evidence | Registerauszug, Lizenznachweis, behördliche Quelle, Statusprüfung, Gültigkeitsdatum. | Ist die Respondent Entity registriert oder lizenziert? |
| Respondent Profile Evidence | Geschäftsmodell, Services, Kundenbasis, Länder, Token-/Asset-Scope, Wallet-Modelle. | Versteht der CASP die Art des Geschäfts der Respondent Entity vollständig? |
| Reputation / Supervision Evidence | Public-Source-Review, negative Medien, Enforcement, regulatorische Warnungen, Aufsichtsanalyse. | Wurden Reputation und Aufsichtsqualität ausreichend bewertet? |
| AML/CFT Control Evidence | Questionnaire, CDD-/Monitoring-/Screening-Policies, Travel-Rule-Prozesse, Suspicious Activity Controls. | Wurden die AML/CFT-Kontrollen der Respondent Entity bewertet? |
| Senior Approval Evidence | Genehmigungsvorlage, Risikoanalyse, Auflagen, Senior-Management-Entscheidung. | Wurde vor Aufnahme der neuen Beziehung Senior-Management-Approval eingeholt? |
| Responsibility Evidence | Vertrag, RACI, Verantwortlichkeitsmatrix, Datenbereitstellungspflichten, SLA. | Sind die Verantwortlichkeiten beider Parteien dokumentiert? |
| Payable-Through Crypto Evidence | PTCA-Prüfung, direkter Kundenzugang, Respondent CDD Attestation, Ongoing-DD-Nachweis, Datenrequest-Test. | Sind Payable-Through-Crypto-Asset-Account-Risiken ausreichend abgesichert? |
| Risk Mitigation Evidence | Risikominderungsplan, Transaktionslimits, Monitoring-Auflagen, Datenzugriff, Review-Frequenz. | Wurden risikosensitive Maßnahmen aus der Due Diligence abgeleitet? |
| Update Evidence | Regelmäßiger Review, New-Risk-Trigger, aktualisierte Lizenz-, Reputations- und Kontrolldaten. | Werden Due-Diligence-Informationen regelmäßig oder bei neuen Risiken aktualisiert? |
| Termination Evidence | Beendigungsentscheidung, AML/CFT-Policy-Grund, Risikoanalyse, Freigabe, Umsetzung. | Wurde eine Beendigung aus AML/CFT-Gründen dokumentiert? |
| Guideline Readiness Evidence | AMLA-Guideline-Monitoring, Impact Assessment, Update von Policies, Scoring und Controls. | Ist das Framework auf AMLA-Guidelines nach Art. 37(3) vorbereitet? |
Die Umsetzung sollte als Crypto-Asset Correspondent Relationship EDD Framework erfolgen — mit CASP Relationship Inventory, Licensing Check, Respondent Profile, AML/CFT-Control Assessment, Senior Approval, Verantwortlichkeitsmatrix, Payable-Through-Crypto-Kontrollen, Risk-Mitigation-Plan und Review-Zyklus.
Art. 37 ist die krypto-spezifische Schwesterregel zu Art. 36. Die folgenden Artikel schließen an Drittstaaten-Respondents, Shell-Institution-Risiken und Self-hosted Address-Risiken an.
Art. 38 behandelt spezifische Maßnahmen gegenüber einzelnen Drittstaaten-Respondent-Instituten oder Entities auf AMLA-Empfehlung.
Art. 39 regelt Verbote und Kontrollen gegen Shell-Institutionen sowie unregulierte Nested Crypto Services.
Art. 40 regelt Risikobewertung und Minderungsmaßnahmen bei Transfers zu oder von Self-hosted Addresses.
Die Vorschrift verbindet CASP-Korrespondenzbeziehungen, Drittstaaten-Respondent-Entities, Registrierungs- und Lizenzprüfung, AML/CFT-Control Assessment, Senior Approval, Payable-Through-Crypto-Account-Kontrollen, laufende Aktualisierung und AMLA-Guidelines zu einem integrierten Crypto Correspondent Relationship Framework.