Risiko identifizieren
CASPs müssen ML/TF-Risiken von Transfers zu oder von Self-hosted Addresses identifizieren und bewerten.
Die Vorschrift verlangt keine pauschale Untersagung von Transfers zu oder von Self-hosted Addresses. Sie verlangt aber ein risikobasiertes Framework, das Risiken erkennt, bewertet und durch geeignete Maßnahmen mindert — einschließlich Identitätsprüfung, Funds-Flow-Informationen, Enhanced Monitoring und TFS-Evasion-Kontrollen.
CASPs müssen ML/TF-Risiken von Transfers zu oder von Self-hosted Addresses identifizieren und bewerten.
Risikobasierte Identifizierung und Verifizierung von Originator, Beneficiary oder deren wirtschaftlich Berechtigten.
Zusätzliche Informationen zur Herkunft und Bestimmung der Crypto-Assets können erforderlich sein.
AMLA konkretisiert Kriterien und Mittel für Identitätsprüfung und Ownership-/Control-Verifikation der Self-hosted Address.
Art. 40 folgt einer risikobasierten Crypto-Transfer-Logik: Transfers zu oder von Self-hosted Addresses erkennen, ML/TF- und Sanktionsumgehungsrisiken bewerten, interne Policies und Kontrollen anwenden, bei Bedarf Originator oder Beneficiary identifizieren und verifizieren, Herkunft und Bestimmung der Crypto-Assets prüfen und Transaktionen verstärkt überwachen.
Art. 40 muss in ein CASP-spezifisches Risk-Control-Framework übersetzt werden, das Address Detection, Risk Scoring, Identitätsprüfung, Funds-Flow-Analyse, Enhanced Monitoring, Sanktionsumgehungsrisiken und AMLA-Guidelines integriert.
| Baustein nach Art. 40 AMLR | Regulatorischer Inhalt | Operative Bedeutung | TOM-/House-Bezug | Nachweisfokus |
|---|---|---|---|---|
| Anwendungsbereich | Transfers of Crypto-Assets, die an eine Self-hosted Address gerichtet sind oder von einer Self-hosted Address stammen. | CASPs müssen Transfers nach Address-Typ und Beteiligtenlogik klassifizieren können. | Crypto Transfer Monitoring · Address Risk | Transfer Direction, Address Classification, Self-hosted Flag, Transaction File. |
| Risikoidentifikation und -bewertung | CASPs müssen ML/TF-Risiken im Zusammenhang mit solchen Transfers identifizieren und bewerten. | Self-hosted-Address-Transfers benötigen eigenes Risk Scoring und typologiebasierte Bewertung. | Crypto Risk Assessment · Risk-Based Approach | Risk Score, Risk Factors, Typology Indicators, Assessment Rationale. |
| Interne Policies, Verfahren und Kontrollen | CASPs müssen interne Policies, Verfahren und Kontrollen für diese Risikobewertung vorhalten. | Self-hosted-Address-Risiken müssen in Governance, Prozessen, Systemen und Kontrollen verankert sein. | Policies, Procedures & Controls | Policy, Procedure, Control Design, System Rules, QA Evidence. |
| Risikoproportionale Minderungsmaßnahmen | CASPs müssen Minderungsmaßnahmen anwenden, die den identifizierten Risiken angemessen sind. | Maßnahmenumfang muss aus der konkreten Risikoanalyse abgeleitet werden. | Risk Mitigation · Control Calibration | Mitigation Plan, Control Selection, Residual Risk, Approval Evidence. |
| Identifizierung und Verifizierung | Risikobasierte Maßnahmen zur Identifizierung und Verifizierung der Identität von Originator oder Beneficiary eines Transfers von oder zu einer Self-hosted Address oder deren wirtschaftlich Berechtigten. | Bei erhöhtem Risiko kann die Prüfung über den eigenen Kunden hinaus auf Transferparteien und UBOs ausgeweitet werden. | CDD · Beneficial Ownership · Crypto Transfers | Originator / Beneficiary Data, Verification Evidence, UBO Check, Third-Party Reliance Evidence. |
| Reliance on Third Parties | Identifizierung und Verifizierung können auch durch Reliance on Third Parties erfolgen. | Third-Party-Reliance muss kontrolliert, dokumentiert und an Art.-48-ff.-Logik anschlussfähig sein. | Reliance · Third-Party Controls | Reliance Arrangement, Third-Party Evidence, Data Transfer, Responsibility Assessment. |
| Zusätzliche Informationen zur Herkunft | CASPs können zusätzliche Informationen zur Herkunft der Crypto-Assets verlangen. | Source-of-Crypto-Assets-Prüfung wird Teil der Risikominderung. | Source of Funds · Blockchain Analytics | Origin of Crypto-Assets, Wallet History, Blockchain Trace, Customer Explanation. |
| Zusätzliche Informationen zur Bestimmung | CASPs können zusätzliche Informationen zur Bestimmung der Crypto-Assets verlangen. | Destination-Analyse unterstützt Risikobewertung, Plausibilität und Sanktions-/Typologieprüfung. | Destination of Funds · Transaction Context | Destination Address, Beneficiary Purpose, Use-of-Funds Explanation, Risk Review. |
| Enhanced Ongoing Monitoring | CASPs können enhanced ongoing monitoring von Transaktionen mit Self-hosted Addresses durchführen. | Self-hosted-Address-Aktivitäten können intensiver überwacht und häufiger reviewed werden. | Ongoing Monitoring · Crypto Detection | Enhanced Monitoring Rules, Alerts, Case Reviews, Pattern Analysis. |
| Sonstige Maßnahmen | CASPs können jede andere Maßnahme anwenden, um ML/TF-Risiken sowie Risiken der Nichtumsetzung oder Umgehung gezielter finanzieller Sanktionen zu mindern und zu steuern. | Die Norm lässt Raum für zusätzliche technische und organisatorische Kontrollen. | Sanctions · TFS Evasion · Control Innovation | Additional Controls, Sanctions Evasion Indicators, Wallet Restrictions, Escalation Evidence. |
| AMLA-Guidelines bis 10.07.2027 | AMLA gibt Guidelines zu Minderungsmaßnahmen nach Art. 40(1) heraus. | Das Framework muss auf spätere AMLA-Konkretisierung vorbereitet sein. | Regulatory Change · AMLA Readiness | Guideline Monitoring, Impact Assessment, Policy Update. |
| Kriterien und Mittel für Identifizierung / Verifizierung | AMLA-Guidelines spezifizieren Kriterien und Mittel für die Identifizierung und Verifizierung von Originator oder Beneficiary eines Transfers von oder zu einer Self-hosted Address, einschließlich Reliance on Third Parties und unter Berücksichtigung technologischer Entwicklungen. | Identitäts- und Verifizierungsprozesse müssen technologieoffen und updatefähig sein. | Digital KYC · Crypto Identity · Technology Readiness | Verification Method, Technology Assessment, Third-Party Verification Evidence. |
| Ownership / Control der Self-hosted Address | AMLA-Guidelines spezifizieren Kriterien und Mittel zur Verifizierung, ob die Self-hosted Address im Eigentum oder unter Kontrolle eines Kunden steht. | Address-Ownership-/Control-Proofs werden zentrales Kontrollthema. | Wallet Ownership Verification · Customer Control | Address Ownership Proof, Control Test, Signature Proof, Customer Attestation. |
Das zentrale Risiko liegt darin, dass Self-hosted Addresses nicht unmittelbar einem regulierten Intermediär zugeordnet sind. Deshalb verlangt Art. 40 ein risikobasiertes Zusammenspiel aus Address-Typ-Erkennung, Identitäts- und UBO-Prüfung, Herkunfts- und Bestimmungsanalyse, Enhanced Monitoring und Verfahren zur Verifikation, ob eine Self-hosted Address einem Kunden gehört oder von ihm kontrolliert wird.
Art. 40 wirkt auf Crypto Transfer Monitoring, Self-hosted-Address-Risk-Scoring, Wallet Ownership Verification, Originator-/Beneficiary-CDD, Source-/Destination-of-Crypto-Assets, Blockchain Analytics, Sanctions Screening und AMLA-Guideline-Readiness.
Art. 40 ist prüfungsrelevant, weil CASPs nachweisen müssen, dass sie Self-hosted-Address-Risiken nicht nur erkennen, sondern risikobasiert bewerten, geeignete Minderungsmaßnahmen auswählen, deren Wirkung überwachen und AMLA-Guidelines in ihre Verfahren integrieren.
| Nachweisbereich | Typische Evidenz | Prüfungsfrage |
|---|---|---|
| Address Classification Evidence | Self-hosted-Flag, Address Type, Transfer Direction, Wallet Classification, System Log. | Wurde der Transfer zu oder von einer Self-hosted Address korrekt erkannt? |
| Risk Assessment Evidence | ML/TF Risk Score, Typology Indicators, Customer Risk, Asset Risk, Jurisdiction / Exposure Data. | Wurden die spezifischen Risiken des Transfers identifiziert und bewertet? |
| Policy & Control Evidence | Self-hosted-Address-Policy, Procedures, Control Rules, System Configuration, Training. | Sind interne Policies, Verfahren und Kontrollen vorhanden? |
| Identity Verification Evidence | Originator-/Beneficiary-Daten, Verifizierung, UBO-Daten, Reliance Evidence, Digital Proof. | Wurde die Identität risikobasiert geprüft, soweit erforderlich? |
| Source / Destination Evidence | Herkunft der Crypto-Assets, Bestimmung der Crypto-Assets, Blockchain Trace, Kundenangaben. | Wurden Herkunft und Bestimmung der Crypto-Assets angemessen plausibilisiert? |
| Enhanced Monitoring Evidence | Monitoring Rules, Alerts, Case Reviews, Pattern Analysis, Escalation Notes. | Wurden Self-hosted-Address-Transfers risikobasiert verstärkt überwacht? |
| TFS Evasion Evidence | Sanctions Screening, Wallet Exposure, Hit Review, Evasion Indicators, Escalation Decision. | Wurden Risiken der Nichtumsetzung oder Umgehung gezielter finanzieller Sanktionen berücksichtigt? |
| Address Ownership / Control Evidence | Ownership Proof, Control Test, Signature Message, Customer Attestation, Wallet Mapping. | Kann nachgewiesen werden, ob die Self-hosted Address dem Kunden gehört oder von ihm kontrolliert wird? |
| Guideline Readiness Evidence | AMLA-Guideline-Monitoring, Impact Assessment, Policy-Update, System-Update, QA. | Ist das Framework auf AMLA-Guidelines nach Art. 40(2) vorbereitet? |
| QA Evidence | Stichproben, Address-Detection-Test, Risk-Scoring-Test, Ownership-Control-Test, Findings. | Funktioniert das Self-hosted-Address-Framework wirksam? |
Die Umsetzung sollte als Self-hosted Address Risk & Mitigation Framework erfolgen — mit Address Classification, Risk Scoring, Originator-/Beneficiary-Verifizierung, Source-/Destination-of-Crypto-Assets-Prüfung, Enhanced Monitoring, TFS-Evasion-Kontrollen, Wallet Ownership Verification und AMLA-Guideline-Readiness.
Art. 40 schließt die crypto-spezifische EDD-Logik an Shell- und Correspondent-Risiken an. Die folgenden Artikel behandeln Residence-by-Investment-Risiken und politisch exponierte Personen.
Art. 41 regelt zusätzliche EDD-Maßnahmen bei Drittstaatsangehörigen, die Aufenthaltsrechte gegen Investitionen beantragen.
Art. 42 enthält spezifische Maßnahmen bei Geschäftsbeziehungen oder gelegentlichen Transaktionen mit politisch exponierten Personen.
Art. 37 regelt Krypto-Korrespondenzbeziehungen mit Respondent Entities außerhalb der Union.
Die Vorschrift verbindet Transfers of Crypto-Assets, Self-hosted-Address-Detection, risikobasierte Identitätsprüfung, Source-/Destination-of-Crypto-Assets, Enhanced Monitoring, TFS-Evasion-Kontrollen und Wallet-Ownership-Verifikation zu einem integrierten Self-hosted Address Risk Framework.