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AMLR Article Explorer · Art. 39 AMLR · Shell Institutions

Art. 39 AMLR – Prohibition of correspondent relationships with shell institutions

Die Verbotsnorm der AMLR gegen Shell Institutions, nested shell access und unregulierte Krypto-Dienstleistungen über CASP-Accounts.
Art. 39 der Verordnung (EU) 2024/1624 enthält eine klare Verbots- und Schutzlogik für Korrespondenzbeziehungen mit Shell Institutions.

Kreditinstitute und Finanzinstitute dürfen keine Korrespondenzbeziehung mit einer Shell Institution eingehen oder fortführen. Zusätzlich müssen sie geeignete Maßnahmen treffen, um sicherzustellen, dass sie keine Korrespondenzbeziehung mit einem Kreditinstitut oder Finanzinstitut eingehen oder fortführen, von dem bekannt ist, dass es seine Konten durch eine Shell Institution nutzen lässt.

Für Crypto-Asset Service Provider enthält Art. 39 eine zusätzliche Spezialpflicht: CASPs müssen sicherstellen, dass ihre Accounts nicht von Shell Institutions genutzt werden, um Crypto-Asset Services zu erbringen. Dazu müssen interne Policies, Verfahren und Kontrollen bestehen, um Versuche der Nutzung ihrer Accounts für unregulierte Crypto-Asset Services zu erkennen.
Executive Overview

Art. 39 ist keine EDD-Vorschrift, sondern eine harte Verbotsnorm.

Die Vorschrift erlaubt keine risikobasierte Fortführung einer direkten Korrespondenzbeziehung mit Shell Institutions. Zusätzlich verlangt sie Maßnahmen gegen indirekte Nutzung über andere Institute und gegen unregulierte Crypto-Asset Services über CASP-Accounts.

Prohibition

Direktes Verbot

Keine neue oder fortgeführte Korrespondenzbeziehung mit einer Shell Institution.

Nested Risk

Indirekte Nutzung

Institute müssen vermeiden, Beziehungen mit Instituten zu führen, die Shell Institutions ihre Konten nutzen lassen.

Crypto

CASP-Spezialpflicht

CASPs müssen verhindern, dass ihre Accounts für Shell-Institution-Krypto-Dienstleistungen genutzt werden.

Controls

Policies & Kontrollen

Interne Verfahren müssen Versuche unregulierter Crypto-Asset Services erkennen können.

Shell Institution Control Architecture

Die regulatorische Logik von Art. 39 AMLR.

Art. 39 folgt einer Verbots- und Nested-Access-Logik: direkte Shell-Institution-Beziehungen sind ausgeschlossen; indirekte Beziehungen über Institute, die Shell Institutions Zugang gewähren, sind durch geeignete Maßnahmen zu verhindern; CASPs müssen zusätzlich accountbasierte Nutzung für unregulierte Crypto-Asset Services erkennen.

1. Identify Shell RiskShell-Institution-Merkmale und fehlende Substanz erkennen.
2. Prohibit Direct RelationshipKeine direkte Korrespondenzbeziehung eingehen oder fortführen.
3. Detect Nested AccessInstitute erkennen, die Shell Institutions ihre Konten nutzen lassen.
4. Control CASP AccountsCASP-Accounts gegen unregulierte Crypto-Asset Services absichern.
5. Evidence & ExitScreening, Entscheidung, Restriktion und Beendigung dokumentieren.
Requirements Map

Die Mindestlogik eines Art.-39-konformen Shell-Institution-Frameworks.

Art. 39 muss in klare Verbots-, Screening-, Nested-Relationship- und Crypto-Account-Kontrollen übersetzt werden. Der Schwerpunkt liegt nicht auf zusätzlicher Prüfungstiefe, sondern auf Verhinderung, Sperrung und Beendigung.

Baustein nach Art. 39 AMLR Regulatorischer Inhalt Operative Bedeutung TOM-/House-Bezug Nachweisfokus
Direktes Korrespondenzverbot Kreditinstitute und Finanzinstitute dürfen keine Korrespondenzbeziehung mit einer Shell Institution eingehen oder fortführen. Shell-Institution-Status ist ein harter No-Go-Trigger. Correspondent Banking · Prohibition Controls Shell Screening, Relationship Block, Termination Decision, Audit Trail.
Fortführungsverbot Bestehende Korrespondenzbeziehungen mit Shell Institutions dürfen nicht fortgeführt werden. Bestandsbeziehungen müssen regelmäßig gegen Shell-Institution-Risiken überprüft werden. Ongoing Monitoring · Relationship Review Periodic Review, Shell Status Check, Exit Evidence.
Nested Shell Access Institute müssen geeignete Maßnahmen treffen, um keine Korrespondenzbeziehung mit einem Kredit- oder Finanzinstitut einzugehen oder fortzuführen, von dem bekannt ist, dass es seine Konten durch Shell Institutions nutzen lässt. Nicht nur direkte Shell-Institution-Beziehungen, sondern auch indirekter Kontenzugang sind zu kontrollieren. Nested Relationship Controls · Respondent Due Diligence Respondent Questionnaire, Nested Access Attestation, Public Source Review.
Known Allowance Standard Der relevante Trigger ist die Kenntnis, dass ein Kredit- oder Finanzinstitut seine Konten durch eine Shell Institution nutzen lässt. Negative Informationen, Respondent-Antworten, Enforcement-Hinweise oder Monitoring-Erkenntnisse müssen in Entscheidungen einfließen. External Intelligence · Risk Escalation Knowledge Source, Investigation File, Decision Memo.
Geeignete Maßnahmen Kredit- und Finanzinstitute müssen geeignete Maßnahmen zur Vermeidung solcher Beziehungen treffen. Erforderlich sind Policies, Screening, Due-Diligence-Fragen, Vertragsklauseln, Monitoring und Exit-Prozesse. Policies, Procedures & Controls Policy, Control Design, Due-Diligence Checklist, Testing Evidence.
CASP-Account-Schutz CASPs müssen zusätzlich sicherstellen, dass ihre Accounts nicht von Shell Institutions genutzt werden, um Crypto-Asset Services zu erbringen. CASPs benötigen account-, wallet-, service- und nutzungsbezogene Kontrollen gegen Shell-Institution-Nutzung. Crypto Governance · Account Controls CASP Account Review, Wallet Mapping, Service Usage Monitoring.
Unregulierte Crypto-Asset Services CASPs müssen interne Policies, Verfahren und Kontrollen haben, um Versuche zu erkennen, ihre Accounts für die Erbringung unregulierter Crypto-Asset Services zu nutzen. Der Fokus liegt auf Erkennung verdeckter oder indirekter unregulierter Krypto-Dienstleistungserbringung. Crypto Monitoring · Unregulated Services Detection Detection Scenarios, Red Flags, Alert Review, Investigation Evidence.
Verbindung zu Art. 36 Art. 39 steht im Anschluss an grenzüberschreitende Korrespondenzbeziehungen nach Art. 36. Shell-Institution-Prüfung ist Teil des Correspondent-Relationship-Gates. Correspondent Relationship EDD Art.-36 File, Shell-Institution Check, Respondent Control Assessment.
Verbindung zu Art. 37 Art. 39 ergänzt die Krypto-Korrespondenzlogik nach Art. 37. CASP-Respondent- und Account-Strukturen müssen auf Shell- und unregulierte Service-Nutzung geprüft werden. Crypto Correspondent EDD Art.-37 File, Registration / Licence Check, PTCA Review, Account Controls.
Nested Access & Crypto Services Layer

Art. 39 verhindert, dass Shell Institutions über Umwege Zugang zum Finanzsystem erhalten.

Die Norm adressiert nicht nur die direkte Beziehung zur Shell Institution. Sie zielt auch auf indirekte Strukturen: Respondent-Institute, die Shell Institutions ihre Konten nutzen lassen, sowie CASP-Accounts, die von Shell Institutions zur Erbringung unregulierter Crypto-Asset Services genutzt werden.

  • Direkter Zugang: Korrespondenzbeziehung mit Shell Institution ist verboten.
  • Indirekter Zugang: Beziehungen zu Instituten mit bekanntem Shell-Account-Zugang sind zu vermeiden.
  • Crypto access: CASP-Accounts dürfen nicht zur Erbringung von Shell-Institution-Crypto-Services genutzt werden.
  • Unregulated services: Versuche unregulierter Crypto-Asset Services müssen erkannt werden.
  • Exit logic: erkannte Shell- oder Nested-Shell-Risiken müssen in Restriktion oder Beendigung münden.
TOM Mapping

Welche TOM-Ebenen Art. 39 AMLR beeinflusst.

Art. 39 wirkt auf Correspondent Banking, Crypto Correspondent Relationships, Respondent Due Diligence, Shell-Institution-Screening, Nested-Access-Controls, CASP Account Monitoring, Exit Management und Evidence Governance.

Correspondent Banking Governance

  • Shell Institution Prohibition
  • Relationship Gate
  • Respondent Screening
  • Nested Access Controls
  • Relationship Termination

Respondent Due Diligence

  • Shell Status Check
  • Account Usage Attestation
  • Public Source Review
  • Enforcement Review
  • Ongoing Review

Crypto & CASP Controls

  • CASP Account Monitoring
  • Unregulated Crypto Services
  • Wallet / Account Usage
  • Shell Institution Detection
  • Service Restrictions

Policies, Procedures & Controls

  • No-Shell Policy
  • Due-Diligence Questions
  • Contract Clauses
  • Escalation Rules
  • Exit Process

Monitoring & Detection

  • Nested Relationship Red Flags
  • Crypto Service Red Flags
  • Alert Review
  • Investigation
  • Case Escalation

Wirksamkeit nachweisen

  • Relationship Testing
  • CASP Account Testing
  • Screening QA
  • Exit Evidence
  • Remediation
Controls & Evidence

Welche Nachweise Art. 39 AMLR erzeugt.

Art. 39 ist prüfungsrelevant, weil die Aufsicht sehen will, dass Shell-Institution-Beziehungen nicht nur formal verboten, sondern operativ durch Screening, Respondent-Due-Diligence, CASP-Account-Monitoring und Exit-Prozesse verhindert werden.

Nachweisbereich Typische Evidenz Prüfungsfrage
Shell Screening Evidence Shell-Institution-Check, Respondent Classification, Register-/Lizenzprüfung, Substanzprüfung. Wurde ausgeschlossen, dass eine direkte Beziehung mit einer Shell Institution besteht?
Relationship Gate Evidence Onboarding-Block, Fortführungsentscheidung, Relationship Review, Exit Decision. Wurde keine Shell-Institution-Beziehung eingegangen oder fortgeführt?
Nested Access Evidence Respondent Questionnaire, Account-Usage-Attestation, Public-Source-Review, Enforcement-Hinweise. Wurde geprüft, ob das Respondent-Institut Shell Institutions seine Konten nutzen lässt?
Known Allowance Evidence Quelle der Kenntnis, Investigation File, Bewertung, Eskalation, Entscheidung. Wurde bei bekannter Shell-Account-Nutzung eine Beziehung vermieden oder beendet?
CASP Account Evidence Account Monitoring, Wallet Mapping, Service-Usage-Analyse, Alert Review. Werden CASP-Accounts gegen Shell-Institution-Nutzung überwacht?
Unregulated Crypto Services Evidence Red-Flag-Szenarien, Detection Rules, Alerts, Investigation Notes, Restriction Decision. Werden Versuche zur Erbringung unregulierter Crypto-Asset Services erkannt?
Policy Evidence No-Shell-Policy, Correspondent Banking Procedures, CASP Controls, Exit Rules. Sind die Art.-39-Anforderungen in Policies, Verfahren und Kontrollen verankert?
Exit Evidence Beendigungsentscheidung, Risikoanalyse, Kunden-/Respondent-Kommunikation, Umsetzung. Wurden erkannte Shell- oder Nested-Risiken konsequent beendet oder blockiert?
QA Evidence Stichproben, Control Testing, CASP-Account-Testing, Findings, Remediation. Funktioniert das Shell-Institution-Framework wirksam?
Implementation Blueprint

Wie Art. 39 AMLR praktisch umgesetzt wird.

Die Umsetzung sollte als Shell Institution Prohibition & Nested Access Control Framework erfolgen — mit No-Shell-Policy, Respondent-Screening, Nested-Access-Prüfung, CASP-Account-Monitoring, Red-Flag-Logik, Exit-Prozess und Wirksamkeitstests.

1. No-Shell-Policy definierenDirekte Korrespondenzbeziehungen mit Shell Institutions als harte Verbotskategorie in Policies und Systemregeln verankern.
2. Relationship Inventory prüfenBestehende Korrespondenz- und Krypto-Korrespondenzbeziehungen auf Shell-Institution- und Nested-Shell-Risiken überprüfen.
3. Respondent Due Diligence erweiternFragen zu Shell-Institution-Zugang, Kontennutzung durch Dritte, Nested Relationships und Account Controls in Due-Diligence-Fragebögen aufnehmen.
4. Public-Source- und Enforcement-Screening integrierenNegative Medien, Aufsichtshinweise, Enforcement Cases und Warnlisten zu Shell- oder Nested-Strukturen auswerten.
5. CASP-Account-Monitoring konfigurierenAccounts, Wallets, Service-Nutzung und Transaktionsmuster auf Nutzung durch Shell Institutions oder unregulierte Crypto-Asset Services prüfen.
6. Red Flags für unregulierte Crypto-Asset Services definierenIndikatoren für verdeckte Dienstleistungserbringung, unklare Kundenbasis, fehlende Lizenzierung oder ungewöhnliche Account-Nutzung in Monitoring-Logiken überführen.
7. Exit- und Restriktionsprozesse absichernBei Shell- oder Nested-Shell-Risiken Relationship Blocks, Transaction Holds, Service Restrictions oder Beendigung auslösen.
8. QA und Testing durchführenShell-Screening, Nested-Access-Prüfungen, CASP-Account-Kontrollen und Exit-Entscheidungen regelmäßig testen.
Next Deep Dives

Nächste logische Artikel-Vertiefungen.

Art. 39 markiert die harte Verbotslogik innerhalb des EDD-Clusters. Die folgenden Artikel behandeln Self-hosted Addresses, PEP-Risiken und besondere EDD-Konstellationen.

Self-hosted Address

Art. 40 – Self-hosted Address Risk

Art. 40 regelt Risikobewertung und Minderungsmaßnahmen bei Transfers zu oder von Self-hosted Addresses.

PEP

Art. 41 – Politically Exposed Persons

Art. 41 regelt spezifische Anforderungen im Umgang mit politisch exponierten Personen.

Crypto Correspondent

Art. 37 – Crypto Correspondent Relationships

Art. 37 ist die krypto-spezifische Grundlage für Respondent-Entity-Prüfungen außerhalb der Union.

Quellenbasis dieser Seite:

Verordnung (EU) 2024/1624 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2024, insbesondere Art. 39 „Prohibition of correspondent relationships with shell institutions“. Art. 39 verbietet Kreditinstituten und Finanzinstituten, Korrespondenzbeziehungen mit Shell Institutions einzugehen oder fortzuführen, und verlangt geeignete Maßnahmen, damit keine Korrespondenzbeziehungen mit Kredit- oder Finanzinstituten bestehen, von denen bekannt ist, dass sie ihre Konten durch Shell Institutions nutzen lassen. Zusätzlich müssen Crypto-Asset Service Provider sicherstellen, dass ihre Accounts nicht von Shell Institutions zur Erbringung von Crypto-Asset Services genutzt werden, und interne Policies, Verfahren und Kontrollen zur Erkennung unregulierter Crypto-Asset Services vorhalten. Quelle: EUR-Lex, Verordnung (EU) 2024/1624.

Berücksichtigter Kontext: Art. 36 AMLR zu grenzüberschreitenden Korrespondenzbeziehungen; Art. 37 AMLR zu Krypto-Korrespondenzbeziehungen; Art. 38 AMLR zu spezifischen Maßnahmen für einzelne Drittstaaten-Respondent-Institute; Art. 40 AMLR zu Self-hosted Addresses; Verordnung (EU) 2023/1113 zu Informationen bei Transfers of Funds und bestimmten Crypto-Assets; Verordnung (EU) 2023/1114 zu Märkten für Kryptowerte.

Diese Seite stellt eine fachliche Analyse-, Mapping- und Transformationsdarstellung dar. Sie ersetzt keinen amtlichen Rechtstext, keine Rechtsberatung und keine verbindliche Aufsichtsauslegung.
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