Respondent verstehen
Das Institut muss die Geschäftstätigkeit des Respondent-Instituts vollständig verstehen.
Die Vorschrift verlangt vor Aufnahme einer grenzüberschreitenden Korrespondenzbeziehung mit einem Drittstaaten-Respondent-Institut eine vertiefte Prüfung des Respondent-Instituts, seiner Geschäftstätigkeit, Reputation, Aufsicht, AML/CFT-Kontrollen und Verantwortlichkeiten. Bei Payable-Through-Accounts gelten zusätzliche Prüfpflichten.
Das Institut muss die Geschäftstätigkeit des Respondent-Instituts vollständig verstehen.
Die AML/CFT-Kontrollen des Respondent-Instituts sind zu beurteilen.
Neue Korrespondenzbeziehungen benötigen vorab Senior-Management-Genehmigung.
Bei Payable-Through-Accounts müssen zusätzliche CDD-Zusicherungen des Respondents vorliegen.
Art. 36 folgt einer EDD-Gate-Logik: Drittstaaten-Respondent identifizieren, Geschäftsmodell verstehen, Reputation und Aufsicht bewerten, AML/CFT-Kontrollen beurteilen, Senior Management einbinden, Verantwortlichkeiten dokumentieren und Payable-Through-Account-Risiken gesondert absichern.
Art. 36 muss in ein spezifisches Respondent-Due-Diligence-Framework übersetzt werden, das vor Aufnahme der Beziehung greift und bei Beendigung aus AML/CFT-Gründen eine dokumentierte Entscheidung verlangt.
| Baustein nach Art. 36 AMLR | Regulatorischer Inhalt | Operative Bedeutung | TOM-/House-Bezug | Nachweisfokus |
|---|---|---|---|---|
| Anwendungsbereich | Grenzüberschreitende Korrespondenzbeziehungen, einschließlich Beziehungen für Wertpapiertransaktionen oder Geldtransfers, die die Ausführung von Zahlungen mit einem Drittstaaten-Respondent-Institut betreffen. | Korrespondenzbanking- und vergleichbare Zahlungsbeziehungen mit Drittstaateninstituten müssen eindeutig identifiziert werden. | Correspondent Banking · Third-Country Risk | Relationship Inventory, Respondent Country, Product / Service Scope. |
| Zusätzlich zu Art. 20 CDD | Die Maßnahmen des Art. 36 gelten zusätzlich zu den allgemeinen CDD-Maßnahmen nach Art. 20. | Art. 36 ersetzt Standard-CDD nicht, sondern erweitert sie um spezifische EDD. | CDD · Enhanced Due Diligence | CDD File, EDD Add-on Checklist, Art.-20-Completion Evidence. |
| Informationen über Respondent-Institut | Es sind ausreichende Informationen einzuholen, um die Art des Geschäfts des Respondent-Instituts vollständig zu verstehen. | Das Correspondent-Institut muss Geschäftsmodell, Produkte, Kundenbasis, Länderbezüge und Zahlungszwecke des Respondents verstehen. | Respondent Due Diligence · Business Model Review | Respondent Profile, Business Description, Product / Geography Assessment. |
| Reputation | Aus öffentlich verfügbaren Informationen ist die Reputation des Respondent-Instituts zu bestimmen. | Negative Media, Enforcement, Sanktionen, Aufsichtshistorie und Marktinformationen sind zu bewerten. | Reputational Risk · External Intelligence | Adverse Media Review, Enforcement Search, Public Source Evidence. |
| Qualität der Aufsicht | Aus öffentlich verfügbaren Informationen ist die Qualität der Aufsicht über das Respondent-Institut zu bestimmen. | Das Risiko hängt auch von Drittstaatenaufsicht, Aufsichtsdichte und AML/CFT-Regime ab. | Country Risk · Supervisory Quality | Supervisory Assessment, Country AML/CFT Assessment, Regulatory Source Log. |
| Bewertung der AML/CFT-Kontrollen | Die AML/CFT-Kontrollen des Respondent-Instituts sind zu beurteilen. | Das Institut muss nachvollziehen, ob der Respondent geeignete Präventions-, Monitoring-, CDD- und Reporting-Kontrollen besitzt. | Control Assessment · EDD | AML Questionnaire, Policy Review, Control Assessment, Gap Analysis. |
| Senior Management Approval | Vor Aufnahme neuer Korrespondenzbeziehungen ist die Zustimmung des Senior Managements einzuholen. | Korrespondenzbanking mit Drittstaaten-Respondents ist managementpflichtig. | Governance · Senior Approval | Approval Memo, Risk Rationale, Senior Decision, Conditions. |
| Dokumentation der Verantwortlichkeiten | Die jeweiligen Verantwortlichkeiten jeder Institution sind zu dokumentieren. | Rollen, Pflichten, Datenflüsse, Zahlungsabwicklung, Screening, Monitoring und Informationsbereitstellung müssen klar geregelt sein. | Responsibility Matrix · Contract Governance | Correspondent Agreement, RACI, Responsibility Schedule, SLA. |
| Payable-Through-Accounts | Bei Payable-Through-Accounts muss das Institut überzeugt sein, dass der Respondent die Identität der Kunden mit direktem Zugang zu Konten des Correspondent-Instituts verifiziert und laufende CDD durchgeführt hat. | Direkter Zugang fremder Kunden zu Konten des Correspondent-Instituts ist besonders risikoreich. | Payable-through Accounts · CDD Assurance | PTA Assessment, Customer Access Mapping, Respondent CDD Attestation. |
| CDD-Datenbereitstellung bei Payable-Through-Accounts | Der Respondent muss auf Anfrage relevante CDD-Daten an das Correspondent-Institut bereitstellen können. | CDD-Datenzugang und Response-Fähigkeit sind Voraussetzung für kontrollierbare PTA-Strukturen. | Data Access · Evidence Governance | CDD Data Request Clause, Test Request, Response Evidence, SLA. |
| Beendigungsentscheidung aus AML/CFT-Gründen | Wenn Kredit- oder Finanzinstitute Korrespondenzbeziehungen aus AML/CFT-Policy-Gründen beenden, müssen sie ihre Entscheidung dokumentieren. | Exit-Entscheidungen brauchen nachvollziehbare Risikobegründung und Audit Trail. | Exit Management · Risk Governance | Termination Memo, AML/CFT Rationale, Approval, Customer / Respondent Notice. |
Bei Payable-Through-Accounts erhalten Kunden des Respondent-Instituts direkten Zugang zu Konten des Correspondent-Instituts. Art. 36 verlangt daher nicht nur eine allgemeine Respondent Due Diligence, sondern die konkrete Überzeugung, dass der Respondent diese Kunden identifiziert, verifiziert, laufend überwacht und relevante CDD-Daten auf Anfrage bereitstellen kann.
Art. 36 wirkt auf Correspondent Banking Governance, Third-Country Risk, Respondent Due Diligence, Senior Approval, Vertrags- und Verantwortlichkeitsdokumentation, Payable-Through-Account-Kontrollen und Exit Management.
Art. 36 ist prüfungsrelevant, weil Korrespondenzbeziehungen mit Drittstaaten-Respondent-Instituten erhebliche Durchleitungs-, Transparenz-, Sanktions-, Zahlungsverkehrs- und Drittstaatenrisiken enthalten können.
| Nachweisbereich | Typische Evidenz | Prüfungsfrage |
|---|---|---|
| Relationship Scope Evidence | Korrespondenzbeziehungsregister, Zahlungs-/Wertpapier-/Geldtransferbezug, Drittstaatenstatus. | Wurde die Art.-36-relevante Beziehung korrekt identifiziert? |
| Respondent Profile Evidence | Geschäftsmodell, Produkte, Kundenbasis, Länder, Eigentümerstruktur, regulatorischer Status. | Versteht das Institut die Art des Geschäfts des Respondents vollständig? |
| Reputation Evidence | Public-Source-Search, negative Medien, Enforcement, Sanktionshistorie, Marktinformationen. | Wurde die Reputation des Respondent-Instituts ausreichend bewertet? |
| Supervision Quality Evidence | Aufsichtsland, AML/CFT-Regime, Aufsichtsqualität, internationale Bewertungen. | Wurde die Qualität der Aufsicht berücksichtigt? |
| AML/CFT Control Evidence | Questionnaire, Policies, Kontrolldokumentation, Monitoring- und Screening-Nachweise, Gap Assessment. | Wurden die AML/CFT-Kontrollen des Respondents bewertet? |
| Senior Approval Evidence | Genehmigungsvorlage, Risikoanalyse, Auflagen, Senior-Management-Entscheidung. | Wurde vor Aufnahme der Beziehung Senior-Management-Approval eingeholt? |
| Responsibility Evidence | Vertrag, RACI, Verantwortlichkeitsmatrix, Datenbereitstellungspflichten, SLA. | Sind die jeweiligen Verantwortlichkeiten beider Institute dokumentiert? |
| Payable-Through Evidence | PTA-Prüfung, direkter Kundenzugang, Respondent CDD Attestation, Ongoing-DD-Nachweis, Datenrequest-Test. | Sind Payable-Through-Account-Risiken ausreichend abgesichert? |
| Termination Evidence | Beendigungsentscheidung, AML/CFT-Policy-Grund, Risikoanalyse, Freigabe, Umsetzung. | Wurde eine Beendigung aus AML/CFT-Gründen dokumentiert? |
| QA Evidence | Stichproben, Respondent Review, PTA-Test, Approval Testing, Remediation. | Funktioniert das Art.-36-Framework wirksam? |
Die Umsetzung sollte als Cross-Border Correspondent Relationship EDD Framework erfolgen — mit Relationship Inventory, Respondent Profile, Reputations- und Aufsichtsanalyse, AML/CFT-Control Assessment, Senior Approval, Verantwortlichkeitsmatrix, Payable-Through-Kontrollen und dokumentiertem Exit-Prozess.
Art. 36 regelt klassische Korrespondenzbeziehungen. Die folgenden Artikel übertragen die Logik auf Krypto-Korrespondenzbeziehungen und einzelne risikobehaftete Drittstaaten-Respondent-Institute.
Art. 37 enthält eine eigenständige EDD-Logik für Krypto-Korrespondenzbeziehungen mit Drittstaaten-Respondent-Entities.
Art. 38 behandelt spezifische Maßnahmen gegenüber einzelnen Drittstaaten-Respondent-Instituten auf AMLA-Empfehlung.
Art. 35 kann die Überprüfung, Änderung oder Beendigung von Korrespondenzbeziehungen verlangen.
Die Vorschrift verbindet Drittstaaten-Respondent-Beziehungen, Geschäftsanalyse, Reputations- und Aufsichtsprüfung, AML/CFT-Control Assessment, Senior Approval, Verantwortlichkeitsdokumentation, Payable-Through-Account-Kontrollen und Exit-Dokumentation zu einem integrierten Correspondent Relationship Framework.