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AMLR Article Explorer · Art. 36 AMLR · Cross-border Correspondent Relationships

Art. 36 AMLR – Specific enhanced due diligence measures for cross-border correspondent relationships

Die EDD-Norm der AMLR für grenzüberschreitende Korrespondenzbeziehungen mit Drittstaaten-Respondent-Instituten.
Art. 36 der Verordnung (EU) 2024/1624 verpflichtet Kreditinstitute und Finanzinstitute bei grenzüberschreitenden Korrespondenzbeziehungen mit einem Drittstaaten-Respondent-Institut zu spezifischen verstärkten Kundensorgfaltsmaßnahmen.

Erfasst sind insbesondere Korrespondenzbeziehungen, die der Ausführung von Zahlungen dienen, einschließlich Beziehungen für Wertpapiertransaktionen oder Geldtransfers. Zusätzlich zu den allgemeinen Kundensorgfaltsmaßnahmen nach Art. 20 müssen Institute die Art des Geschäfts des Respondent-Instituts verstehen, Reputation und Aufsichtsqualität bewerten, dessen AML/CFT-Kontrollen beurteilen, Senior-Management-Genehmigung einholen, Verantwortlichkeiten dokumentieren und bei Payable-Through-Accounts besondere Anforderungen erfüllen.

Für das EU AML/CTF & Sanctions Target Operating Model ist Art. 36 die zentrale Korrespondenzbanking-EDD-Norm. Sie verbindet Respondent Due Diligence, Aufsichts- und Reputationsanalyse, AML/CFT-Control Assessment, Senior Approval, Verantwortlichkeitsdokumentation, Payable-Through-Account-Kontrollen und Exit-Dokumentation.
Executive Overview

Art. 36 macht Korrespondenzbeziehungen zu einem eigenständigen EDD-Prüfungsfeld.

Die Vorschrift verlangt vor Aufnahme einer grenzüberschreitenden Korrespondenzbeziehung mit einem Drittstaaten-Respondent-Institut eine vertiefte Prüfung des Respondent-Instituts, seiner Geschäftstätigkeit, Reputation, Aufsicht, AML/CFT-Kontrollen und Verantwortlichkeiten. Bei Payable-Through-Accounts gelten zusätzliche Prüfpflichten.

Respondent Due Diligence

Respondent verstehen

Das Institut muss die Geschäftstätigkeit des Respondent-Instituts vollständig verstehen.

AML/CFT Controls

Kontrollen bewerten

Die AML/CFT-Kontrollen des Respondent-Instituts sind zu beurteilen.

Senior Approval

Management-Freigabe

Neue Korrespondenzbeziehungen benötigen vorab Senior-Management-Genehmigung.

Payable-through

Direkter Kundenzugang

Bei Payable-Through-Accounts müssen zusätzliche CDD-Zusicherungen des Respondents vorliegen.

Correspondent Relationship Architecture

Die regulatorische Logik von Art. 36 AMLR.

Art. 36 folgt einer EDD-Gate-Logik: Drittstaaten-Respondent identifizieren, Geschäftsmodell verstehen, Reputation und Aufsicht bewerten, AML/CFT-Kontrollen beurteilen, Senior Management einbinden, Verantwortlichkeiten dokumentieren und Payable-Through-Account-Risiken gesondert absichern.

1. Identify RelationshipGrenzüberschreitende Korrespondenzbeziehung mit Drittstaaten-Respondent erkennen.
2. Understand RespondentGeschäftsmodell, Reputation und Aufsichtsqualität bewerten.
3. Assess ControlsAML/CFT-Kontrollen des Respondents beurteilen.
4. Approve & DocumentSenior Approval einholen und Verantwortlichkeiten festhalten.
5. Payable-through SafeguardsDirekten Kundenzugang und CDD-Datenfähigkeit absichern.
Requirements Map

Die Mindestlogik eines Art.-36-konformen Correspondent-Banking-EDD-Frameworks.

Art. 36 muss in ein spezifisches Respondent-Due-Diligence-Framework übersetzt werden, das vor Aufnahme der Beziehung greift und bei Beendigung aus AML/CFT-Gründen eine dokumentierte Entscheidung verlangt.

Baustein nach Art. 36 AMLR Regulatorischer Inhalt Operative Bedeutung TOM-/House-Bezug Nachweisfokus
Anwendungsbereich Grenzüberschreitende Korrespondenzbeziehungen, einschließlich Beziehungen für Wertpapiertransaktionen oder Geldtransfers, die die Ausführung von Zahlungen mit einem Drittstaaten-Respondent-Institut betreffen. Korrespondenzbanking- und vergleichbare Zahlungsbeziehungen mit Drittstaateninstituten müssen eindeutig identifiziert werden. Correspondent Banking · Third-Country Risk Relationship Inventory, Respondent Country, Product / Service Scope.
Zusätzlich zu Art. 20 CDD Die Maßnahmen des Art. 36 gelten zusätzlich zu den allgemeinen CDD-Maßnahmen nach Art. 20. Art. 36 ersetzt Standard-CDD nicht, sondern erweitert sie um spezifische EDD. CDD · Enhanced Due Diligence CDD File, EDD Add-on Checklist, Art.-20-Completion Evidence.
Informationen über Respondent-Institut Es sind ausreichende Informationen einzuholen, um die Art des Geschäfts des Respondent-Instituts vollständig zu verstehen. Das Correspondent-Institut muss Geschäftsmodell, Produkte, Kundenbasis, Länderbezüge und Zahlungszwecke des Respondents verstehen. Respondent Due Diligence · Business Model Review Respondent Profile, Business Description, Product / Geography Assessment.
Reputation Aus öffentlich verfügbaren Informationen ist die Reputation des Respondent-Instituts zu bestimmen. Negative Media, Enforcement, Sanktionen, Aufsichtshistorie und Marktinformationen sind zu bewerten. Reputational Risk · External Intelligence Adverse Media Review, Enforcement Search, Public Source Evidence.
Qualität der Aufsicht Aus öffentlich verfügbaren Informationen ist die Qualität der Aufsicht über das Respondent-Institut zu bestimmen. Das Risiko hängt auch von Drittstaatenaufsicht, Aufsichtsdichte und AML/CFT-Regime ab. Country Risk · Supervisory Quality Supervisory Assessment, Country AML/CFT Assessment, Regulatory Source Log.
Bewertung der AML/CFT-Kontrollen Die AML/CFT-Kontrollen des Respondent-Instituts sind zu beurteilen. Das Institut muss nachvollziehen, ob der Respondent geeignete Präventions-, Monitoring-, CDD- und Reporting-Kontrollen besitzt. Control Assessment · EDD AML Questionnaire, Policy Review, Control Assessment, Gap Analysis.
Senior Management Approval Vor Aufnahme neuer Korrespondenzbeziehungen ist die Zustimmung des Senior Managements einzuholen. Korrespondenzbanking mit Drittstaaten-Respondents ist managementpflichtig. Governance · Senior Approval Approval Memo, Risk Rationale, Senior Decision, Conditions.
Dokumentation der Verantwortlichkeiten Die jeweiligen Verantwortlichkeiten jeder Institution sind zu dokumentieren. Rollen, Pflichten, Datenflüsse, Zahlungsabwicklung, Screening, Monitoring und Informationsbereitstellung müssen klar geregelt sein. Responsibility Matrix · Contract Governance Correspondent Agreement, RACI, Responsibility Schedule, SLA.
Payable-Through-Accounts Bei Payable-Through-Accounts muss das Institut überzeugt sein, dass der Respondent die Identität der Kunden mit direktem Zugang zu Konten des Correspondent-Instituts verifiziert und laufende CDD durchgeführt hat. Direkter Zugang fremder Kunden zu Konten des Correspondent-Instituts ist besonders risikoreich. Payable-through Accounts · CDD Assurance PTA Assessment, Customer Access Mapping, Respondent CDD Attestation.
CDD-Datenbereitstellung bei Payable-Through-Accounts Der Respondent muss auf Anfrage relevante CDD-Daten an das Correspondent-Institut bereitstellen können. CDD-Datenzugang und Response-Fähigkeit sind Voraussetzung für kontrollierbare PTA-Strukturen. Data Access · Evidence Governance CDD Data Request Clause, Test Request, Response Evidence, SLA.
Beendigungsentscheidung aus AML/CFT-Gründen Wenn Kredit- oder Finanzinstitute Korrespondenzbeziehungen aus AML/CFT-Policy-Gründen beenden, müssen sie ihre Entscheidung dokumentieren. Exit-Entscheidungen brauchen nachvollziehbare Risikobegründung und Audit Trail. Exit Management · Risk Governance Termination Memo, AML/CFT Rationale, Approval, Customer / Respondent Notice.
Payable-Through Account Layer

Payable-Through-Accounts sind der risikointensivste Sonderfall des Art. 36.

Bei Payable-Through-Accounts erhalten Kunden des Respondent-Instituts direkten Zugang zu Konten des Correspondent-Instituts. Art. 36 verlangt daher nicht nur eine allgemeine Respondent Due Diligence, sondern die konkrete Überzeugung, dass der Respondent diese Kunden identifiziert, verifiziert, laufend überwacht und relevante CDD-Daten auf Anfrage bereitstellen kann.

  • Direkter Zugang: Kunden des Respondents nutzen Konten des Correspondent-Instituts.
  • Respondent CDD: Identität dieser Kunden muss verifiziert sein.
  • Ongoing Due Diligence: Der Respondent muss laufende CDD durchführen.
  • CDD Data on Request: Relevante CDD-Daten müssen auf Anfrage bereitgestellt werden können.
  • Evidence Test: Datenbereitstellung sollte vertraglich und praktisch testbar sein.
TOM Mapping

Welche TOM-Ebenen Art. 36 AMLR beeinflusst.

Art. 36 wirkt auf Correspondent Banking Governance, Third-Country Risk, Respondent Due Diligence, Senior Approval, Vertrags- und Verantwortlichkeitsdokumentation, Payable-Through-Account-Kontrollen und Exit Management.

Correspondent Banking Governance

  • Relationship Inventory
  • Third-Country Respondents
  • Payment Execution
  • Securities Transactions
  • Fund Transfers

Respondent Due Diligence

  • Business Nature
  • Reputation
  • Quality of Supervision
  • Public Source Review
  • Country Risk

AML/CFT Control Assessment

  • CDD Controls
  • Monitoring Controls
  • Screening Controls
  • Reporting Controls
  • Control Gaps

Governance & Approval

  • Senior Management Approval
  • Risk Memo
  • Decision Conditions
  • Continuation Review
  • Escalation

Responsibility & Contracting

  • Respective Responsibilities
  • RACI
  • CDD Data Clauses
  • SLA
  • Audit Trail

Payable-Through Controls

  • Direct Access Customers
  • Respondent CDD Assurance
  • Ongoing Due Diligence
  • CDD Data Request
  • PTA Risk Review
Controls & Evidence

Welche Nachweise Art. 36 AMLR erzeugt.

Art. 36 ist prüfungsrelevant, weil Korrespondenzbeziehungen mit Drittstaaten-Respondent-Instituten erhebliche Durchleitungs-, Transparenz-, Sanktions-, Zahlungsverkehrs- und Drittstaatenrisiken enthalten können.

Nachweisbereich Typische Evidenz Prüfungsfrage
Relationship Scope Evidence Korrespondenzbeziehungsregister, Zahlungs-/Wertpapier-/Geldtransferbezug, Drittstaatenstatus. Wurde die Art.-36-relevante Beziehung korrekt identifiziert?
Respondent Profile Evidence Geschäftsmodell, Produkte, Kundenbasis, Länder, Eigentümerstruktur, regulatorischer Status. Versteht das Institut die Art des Geschäfts des Respondents vollständig?
Reputation Evidence Public-Source-Search, negative Medien, Enforcement, Sanktionshistorie, Marktinformationen. Wurde die Reputation des Respondent-Instituts ausreichend bewertet?
Supervision Quality Evidence Aufsichtsland, AML/CFT-Regime, Aufsichtsqualität, internationale Bewertungen. Wurde die Qualität der Aufsicht berücksichtigt?
AML/CFT Control Evidence Questionnaire, Policies, Kontrolldokumentation, Monitoring- und Screening-Nachweise, Gap Assessment. Wurden die AML/CFT-Kontrollen des Respondents bewertet?
Senior Approval Evidence Genehmigungsvorlage, Risikoanalyse, Auflagen, Senior-Management-Entscheidung. Wurde vor Aufnahme der Beziehung Senior-Management-Approval eingeholt?
Responsibility Evidence Vertrag, RACI, Verantwortlichkeitsmatrix, Datenbereitstellungspflichten, SLA. Sind die jeweiligen Verantwortlichkeiten beider Institute dokumentiert?
Payable-Through Evidence PTA-Prüfung, direkter Kundenzugang, Respondent CDD Attestation, Ongoing-DD-Nachweis, Datenrequest-Test. Sind Payable-Through-Account-Risiken ausreichend abgesichert?
Termination Evidence Beendigungsentscheidung, AML/CFT-Policy-Grund, Risikoanalyse, Freigabe, Umsetzung. Wurde eine Beendigung aus AML/CFT-Gründen dokumentiert?
QA Evidence Stichproben, Respondent Review, PTA-Test, Approval Testing, Remediation. Funktioniert das Art.-36-Framework wirksam?
Implementation Blueprint

Wie Art. 36 AMLR praktisch umgesetzt wird.

Die Umsetzung sollte als Cross-Border Correspondent Relationship EDD Framework erfolgen — mit Relationship Inventory, Respondent Profile, Reputations- und Aufsichtsanalyse, AML/CFT-Control Assessment, Senior Approval, Verantwortlichkeitsmatrix, Payable-Through-Kontrollen und dokumentiertem Exit-Prozess.

1. Korrespondenzbeziehungen inventarisierenAlle Drittstaaten-Respondent-Beziehungen mit Zahlungs-, Wertpapier- oder Geldtransferbezug erfassen.
2. Respondent-Profil erstellenGeschäftsmodell, Produkte, Kundenbasis, Länderexposure, Eigentümerstruktur und regulatorischen Status dokumentieren.
3. Reputation und Aufsicht bewertenÖffentlich verfügbare Informationen zu Reputation, Enforcement, Sanktionen und Aufsichtsqualität auswerten.
4. AML/CFT-Kontrollen beurteilenCDD, Monitoring, Screening, Reporting, Governance, Training und Kontrollrahmen des Respondents analysieren.
5. Senior Approval einholenNeue Beziehungen erst nach dokumentierter Senior-Management-Freigabe und klarer Risikobegründung etablieren.
6. Verantwortlichkeiten dokumentierenRollen, Pflichten, Datenflüsse, CDD-Datenbereitstellung, Monitoring und Eskalation vertraglich oder prozessual festhalten.
7. Payable-Through-Accounts absichernDirekten Kundenzugang identifizieren, Respondent-CDD prüfen und CDD-Datenbereitstellung testbar machen.
8. Exit-Entscheidungen dokumentierenBeendigungen aus AML/CFT-Policy-Gründen mit Risikoanalyse, Freigabe und Umsetzung nachvollziehbar dokumentieren.
Next Deep Dives

Nächste logische Artikel-Vertiefungen.

Art. 36 regelt klassische Korrespondenzbeziehungen. Die folgenden Artikel übertragen die Logik auf Krypto-Korrespondenzbeziehungen und einzelne risikobehaftete Drittstaaten-Respondent-Institute.

Crypto

Art. 37 – Crypto Correspondent Relationships

Art. 37 enthält eine eigenständige EDD-Logik für Krypto-Korrespondenzbeziehungen mit Drittstaaten-Respondent-Entities.

Individual Respondents

Art. 38 – Individual Third-Country Respondents

Art. 38 behandelt spezifische Maßnahmen gegenüber einzelnen Drittstaaten-Respondent-Instituten auf AMLA-Empfehlung.

Countermeasures

Art. 35 – Countermeasures

Art. 35 kann die Überprüfung, Änderung oder Beendigung von Korrespondenzbeziehungen verlangen.

Quellenbasis dieser Seite:

Verordnung (EU) 2024/1624 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2024, insbesondere Art. 36 „Specific enhanced due diligence measures for cross-border correspondent relationships“. Art. 36 verlangt bei grenzüberschreitenden Korrespondenzbeziehungen mit Drittstaaten-Respondent-Instituten zusätzliche Maßnahmen: ausreichende Informationen zum Respondent-Institut, Bewertung von Reputation und Aufsichtsqualität, Beurteilung der AML/CFT-Kontrollen, Senior-Management-Genehmigung, Dokumentation der Verantwortlichkeiten und besondere Anforderungen bei Payable-Through-Accounts. Quelle: EUR-Lex, Verordnung (EU) 2024/1624.

Berücksichtigter Kontext: Art. 20 AMLR zu Customer Due Diligence Measures; Art. 34 AMLR zu Enhanced Due Diligence Measures; Art. 35 AMLR zu Countermeasures; Art. 37 AMLR zu Krypto-Korrespondenzbeziehungen; Art. 38 AMLR zu spezifischen Maßnahmen für einzelne Drittstaaten-Respondent-Institute.

Diese Seite stellt eine fachliche Analyse-, Mapping- und Transformationsdarstellung dar. Sie ersetzt keinen amtlichen Rechtstext, keine Rechtsberatung und keine verbindliche Aufsichtsauslegung.
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