Erstreckungsnorm
Art. 46 überträgt die Maßnahmen aus Art. 42, 44 und 45 auf Familienmitglieder und enge bekannte Vertraute.
Die Vorschrift stellt sicher, dass PEP-bezogene Risiken nicht durch Einschaltung von Familienmitgliedern oder engen bekannten Vertrauten umgangen werden. Deshalb gelten die PEP-Maßnahmen aus Art. 42, 44 und 45 auch für diese Umfeldpersonen.
Art. 46 überträgt die Maßnahmen aus Art. 42, 44 und 45 auf Familienmitglieder und enge bekannte Vertraute.
Familiäre Nähe kann für indirekte Einfluss- und Vermögensverschiebungen relevant sein.
Auch persönliche, wirtschaftliche oder berufliche Nähebeziehungen können PEP-Risiken übertragen.
Die Anwendung bedeutet keinen Kriminalitätsvorwurf, sondern dient präventiver Risikosteuerung.
Art. 46 folgt einer Relationship-Risk-Logik: PEP-Bezug erkennen, familiäre oder enge bekannte Nähebeziehung feststellen, passende Maßnahmen aus Art. 42, 44 oder 45 anwenden und die Risikobegründung in CDD, Monitoring, Payout- oder Ex-PEP-Prozessen dokumentieren.
Art. 46 enthält nur einen Satz, erzeugt aber mehrere operative Pflichten: Relationship Mapping, PEP-Link-Erkennung, Anwendung der Art.-42-, Art.-44- und Art.-45-Maßnahmen sowie eine nachvollziehbare risikobasierte Dokumentation.
| Baustein nach Art. 46 AMLR | Regulatorischer Inhalt | Operative Bedeutung | TOM-/House-Bezug | Nachweisfokus |
|---|---|---|---|---|
| Erstreckung auf Familienmitglieder | Die Maßnahmen aus Art. 42, 44 und 45 gelten auch für Familienmitglieder politisch exponierter Personen. | PEP-Risiken müssen über die einzelne PEP hinaus auf relevante Familienbeziehungen ausgedehnt werden. | PEP Screening · Family Relationship Mapping | Family Link, Relationship Evidence, Applied PEP Measures. |
| Erstreckung auf enge bekannte Vertraute | Die Maßnahmen gelten auch für persons known to be close associates of politically exposed persons. | Nicht nur familiäre, sondern auch bekannte persönliche, geschäftliche oder sonstige Nähebeziehungen sind relevant. | Close Associate Controls · Network Risk | Close Associate Rationale, Source Evidence, Relationship Map. |
| Art. 42-Anwendung | Bei Geschäftsbeziehungen oder gelegentlichen Transaktionen mit Familienmitgliedern oder engen bekannten Vertrauten gelten die PEP-Maßnahmen des Art. 42. | Senior Approval, Source of Wealth, Source of Funds und enhanced ongoing monitoring können auch für Umfeldpersonen erforderlich sein. | PEP Governance · EDD | Approval Memo, SoF / SoW Evidence, Enhanced Monitoring Plan. |
| Art. 44-Anwendung | Die PEP-Versicherungsbegünstigtenlogik des Art. 44 gilt auch für Familienmitglieder und enge bekannte Vertraute. | Bei Lebens- und investmentbezogenen Versicherungen sind Begünstigte mit PEP-Umfeldbezug in Payout- und Assignment-Prozessen zu prüfen. | Insurance Payout · Beneficiary Screening | Beneficiary Screening, Assignment Review, Senior Management Notice. |
| Art. 45-Anwendung | Die Former-PEP-Logik des Art. 45 gilt auch für Familienmitglieder und enge bekannte Vertraute. | Wenn der PEP-Status endet, können Umfeldpersonen weiterhin einer Ex-PEP-Risikologik unterliegen. | Ex-PEP Lifecycle · Continuing Risk | Former PEP Link, 12-Month Review, Continuing Risk Assessment. |
| Keine Kriminalisierung | Die PEP-Anforderungen sind präventiver Natur und nicht als Hinweis auf kriminelles Verhalten zu verstehen. | Kommunikation, Onboarding und Relationship Management müssen diskriminierungsarm und sachlich risikobasiert erfolgen. | Conduct Risk · Customer Communication | Risk-Based Rationale, Neutral Communication, Fair Treatment Evidence. |
| Kulturelle und sozioökonomische Kontextabhängigkeit | Die Identifizierung von Familienmitgliedern und Close Associates kann von der sozioökonomischen und kulturellen Struktur des Herkunftslandes der PEP abhängen. | Relationship Mapping darf nicht rein formalistisch sein; Kontextinformationen können entscheidend sein. | Country Context · Relationship Intelligence | Country Context Note, Source Register, Relationship Assessment. |
| AMLA-Guideline-Bezug | AMLA soll Guidelines zu Kriterien für die Identifikation enger bekannter Vertrauter und zu Risikostufen von PEP-Kategorien, Familienmitgliedern und Close Associates herausgeben. | Close-Associate-Methodik und Risk Scoring müssen AMLA-Guideline-ready sein. | AMLA Readiness · PEP Methodology | Guideline Monitoring, Methodology Update, Screening Rule Update. |
| Relationship-Mapping-Datenmodell | Art. 46 setzt praktisch voraus, dass relevante Beziehungen zur PEP identifiziert und dokumentiert werden können. | Systeme benötigen Felder für Familienbeziehung, Close-Associate-Bezug, Quelle, PEP-Link und Maßnahmenstatus. | Data Governance · Relationship Graph | Relationship Data Fields, Link Evidence, Data Quality Review. |
| Enhanced Monitoring der Umfeldperson | Durch Art.-42-Erstreckung kann enhanced ongoing monitoring auch für Familienmitglieder und Close Associates erforderlich sein. | Monitoring-Szenarien müssen PEP-Umfeldbeziehungen berücksichtigen. | Ongoing Monitoring · PEP Network Risk | Monitoring Rules, Alerts, Relationship-Based Review Notes. |
PEP-Risiken entstehen nicht nur bei der politisch exponierten Person selbst. Vermögenswerte, wirtschaftliche Interessen oder Transaktionsentscheidungen können über Familienmitglieder, Vertraute, Geschäftsbeziehungen oder andere Nähepersonen strukturiert werden. Art. 46 sorgt dafür, dass diese Umgehungs- und Netzwerkdimension in der CDD- und EDD-Architektur berücksichtigt wird.
Art. 46 wirkt auf PEP Screening, Relationship Mapping, Family-/Close-Associate-Daten, Source-of-Wealth-/Source-of-Funds-Prozesse, Senior Approval, Insurance-Payout-Kontrollen, Ex-PEP-Lifecycle und Monitoring.
Art. 46 ist prüfungsrelevant, weil Verpflichtete zeigen müssen, dass PEP-Umfeldpersonen erkannt, sachgerecht eingeordnet und mit den jeweils einschlägigen Maßnahmen aus Art. 42, 44 und 45 behandelt werden.
| Nachweisbereich | Typische Evidenz | Prüfungsfrage |
|---|---|---|
| Family Link Evidence | Familienbeziehung, Datenquelle, Kundenangabe, Screening-Hinweis, Dokumentation. | Wurde eine relevante Familienbeziehung zur PEP erkannt? |
| Close Associate Evidence | Bekannte geschäftliche, persönliche oder wirtschaftliche Verbindung, öffentliche Quelle, interne Erkenntnis. | Ist die Einstufung als enge bekannte Vertraute nachvollziehbar? |
| Art.-42-Measure Evidence | Senior Approval, SoF-/SoW-Prüfung, enhanced monitoring, Risk Memo. | Wurden die Art.-42-Maßnahmen auf die Umfeldperson angewandt? |
| Art.-44-Insurance Evidence | Beneficiary Screening, UBO-PEP-Check, Payout Gate, Assignment Review, Senior Notice. | Wurde Art. 44 bei Versicherungsbegünstigten mit PEP-Umfeldbezug angewandt? |
| Art.-45-Former-PEP Evidence | Funktionsende der PEP, Continuing Risk, 12-Monats-Mindestfrist, Umfeldpersonen-Review. | Wurde die Ex-PEP-Logik auf Familienmitglieder oder Close Associates übertragen? |
| Relationship Data Evidence | Relationship Graph, PEP-Link-Feld, Beziehungsart, Quelle, Aktualisierungsdatum. | Sind PEP-Umfeldbeziehungen strukturiert und aktuell dokumentiert? |
| Monitoring Evidence | PEP-network Alerts, Enhanced Monitoring, Transaktionsreview, Beziehungskontext, Case Notes. | Wird das Risiko der Umfeldperson laufend angemessen überwacht? |
| Fair Treatment Evidence | Risikobasierte Begründung, neutrale Kommunikation, keine automatische Ablehnung allein wegen PEP-Bezug. | Wird die präventive PEP-Logik sachlich und angemessen angewandt? |
| Guideline Readiness Evidence | AMLA-Guideline-Monitoring, Methodikupdate, Screening- und Relationship-Mapping-Update. | Ist das Framework auf AMLA-Guidelines vorbereitet? |
| QA Evidence | Stichproben, Relationship-Mapping-Test, Screening-Test, Approval-Test, Findings. | Funktioniert das Art.-46-Framework wirksam? |
Die Umsetzung sollte als PEP Family & Close Associate Framework erfolgen — mit Relationship Mapping, PEP-Link-Erkennung, Screening, Art.-42-/44-/45-Maßnahmenmapping, enhanced monitoring, Fair-Treatment-Logik und QA.
Art. 46 schließt den PEP-Block ab. Der nächste Artikel wechselt in spezifische CDD-Anforderungen für Lebensversicherungen und investmentbezogene Versicherungsprodukte.
Art. 47 regelt CDD gegenüber Begünstigten von Lebensversicherungen und investmentbezogenen Versicherungspolicen.
Art. 48 eröffnet den Reliance-Block und regelt den Rückgriff auf CDD-Maßnahmen anderer Verpflichteter.
Art. 42 enthält die Grundmaßnahmen, die Art. 46 auf Familienmitglieder und Close Associates erstreckt.
Die Vorschrift verbindet Familienmitglieder, enge bekannte Vertraute, Art.-42-PEP-Maßnahmen, Art.-44-Insurance-Payout-Kontrollen, Art.-45-Former-PEP-Risiken, enhanced monitoring und Evidence Governance zu einem integrierten PEP Network Risk Framework.