10.07.2026
AMLA muss bis zu diesem Datum RTS-Entwürfe zur CDD-Informationsbasis vorlegen.
Die Vorschrift schafft den Mandatsrahmen für AMLA-RTS, die festlegen sollen, welche CDD-Informationen mindestens erforderlich sind und wie Standard, vereinfachte und verstärkte Kundensorgfalt technisch und risikobasiert zu operationalisieren sind.
AMLA muss bis zu diesem Datum RTS-Entwürfe zur CDD-Informationsbasis vorlegen.
Die RTS konkretisieren Informationen für Standard, SDD und EDD.
Zuverlässige Quellen, eID-Mittel und qualifizierte Vertrauensdienste werden standardisiert.
AMLA muss die RTS regelmäßig überprüfen und bei Innovationen oder Technologieentwicklungen aktualisieren.
Art. 28 folgt einer Standardisierungslogik: Die AMLR definiert die CDD-Pflichten, Art. 28 überführt sie in technische Standards für konkrete Informationsanforderungen, risikobasierte Maßnahmen, zulässige Verifizierungsquellen und digitale Identitätsverfahren.
Art. 28 enthält kein unmittelbar vollständiges Datenmodell, sondern das Mandat zur technischen Konkretisierung. Verpflichtete sollten ihre CDD-Architektur deshalb schon heute so aufbauen, dass sie RTS-fähig, versionierbar und updatefähig ist.
| Baustein nach Art. 28 AMLR | Regulatorischer Inhalt | Operative Bedeutung | TOM-/House-Bezug | Nachweisfokus |
|---|---|---|---|---|
| AMLA-RTS-Mandat | AMLA entwickelt bis 10.07.2026 RTS-Entwürfe und legt sie der Kommission zur Annahme vor. | CDD-Anforderungen werden künftig technisch stärker harmonisiert. | Regulatory Change · AMLA Readiness | RTS Monitoring, Impact Assessment, Change Log. |
| Art.-20-Anforderungen | Die RTS konkretisieren Anforderungen nach Art. 20 und Informationen für CDD. | Art.-20-Maßnahmen werden in konkrete Datenpunkte und Nachweise übersetzt. | CDD · KYC Data Model | Data Dictionary, CDD Field Mapping, Evidence Requirements. |
| Standard, SDD und EDD | RTS spezifizieren Informationen für Standard, vereinfachte und verstärkte Kundensorgfalt nach Art. 22, 25, 33(1) und 34(4). | CDD-Informationsumfang muss nach Risikostufe differenzierbar sein. | Risk-Based CDD · SDD / EDD | Risk Tier Mapping, Information Scope, SDD-/EDD-Rationale. |
| Mindestanforderungen bei niedrigem Risiko | Die RTS enthalten Mindestanforderungen auch für niedrigere Risikosituationen. | SDD bedeutet reduzierte Maßnahmen, aber keine CDD-Freiheit. | Simplified Due Diligence · Minimum Controls | Minimum Data Set, SDD Controls, QA Evidence. |
| Art der SDD-Maßnahmen | RTS legen fest, welche vereinfachten Maßnahmen in niedrigeren Risikosituationen angewandt werden dürfen, einschließlich spezifischer Kategorien von Verpflichteten, Produkten oder Dienstleistungen. | SDD wird produkt-, sektor- und risikobezogen konkretisiert. | Product Risk · SDD Governance | Product Mapping, Sector Mapping, SDD Eligibility Evidence. |
| E-Money-Risikofaktoren | RTS definieren Risikofaktoren im Zusammenhang mit Eigenschaften elektronischer Geldinstrumente für die Aufsicht bei Art.-19(7)-Ausnahmen. | E-Money-Ausnahmen brauchen produktbezogene Risikobewertung. | E-Money · Product Risk · Exemption Governance | E-Money Feature Assessment, Exemption Rationale, Monitoring Evidence. |
| Zuverlässige und unabhängige Quellen | RTS bestimmen Quellen, die zur Verifizierung von Identifikationsdaten natürlicher oder juristischer Personen nach Art. 22(6) und (7) genutzt werden können. | Quellenkatalog und Source-Reliability-Framework werden erforderlich. | Verification Sources · Data Governance | Source Catalogue, Source Rating, Verification Evidence. |
| eID und qualifizierte Vertrauensdienste | RTS legen Attribute fest, die elektronische Identifizierungsmittel und qualifizierte Vertrauensdienste aufweisen müssen, um Art. 20(1)(a) und (b) zu erfüllen. | Digitale KYC-Verfahren müssen attributbasiert prüfbar sein. | Digital KYC · eID · Remote Onboarding | eID Attribute Mapping, Trust Service Evidence, Authentication Logs. |
| Kriterienbasis der RTS | RTS-Anforderungen zu Informationen und SDD-Maßnahmen basieren auf inhärentem Risiko der Dienstleistung, Kundenrisiken, Art/Betrag/Wiederkehr der Transaktion und Kanälen der Beziehung oder Transaktion. | Das CDD-Datenmodell muss risiko-, kunden-, transaktions- und kanalbezogen steuerbar sein. | Risk-Based Approach · CDD Calibration | Risk Criteria Mapping, Channel Risk, Transaction Pattern Evidence. |
| Regelmäßige Überprüfung | AMLA überprüft die RTS regelmäßig und aktualisiert sie bei Bedarf, insbesondere wegen Innovation und technologischer Entwicklungen. | CDD-Framework muss dynamisch updatefähig bleiben. | Regulatory Change · Technology Readiness | Regulatory Watch, Versioning, System Change Evidence. |
| Delegierte Annahme durch Kommission | Die Kommission erhält die Befugnis, die RTS gemäß Art. 49 bis 52 der Verordnung (EU) 2024/1620 anzunehmen. | Aus AMLA-Entwürfen werden verbindliche technische Standards nach Kommissionsannahme. | Legal Implementation · Regulatory Timeline | Adoption Tracking, Implementation Plan, Compliance Date. |
Die praktische Wirkung von Art. 28 liegt darin, dass CDD nicht nur als Prozess, sondern als harmonisierter Informations- und Nachweisstandard gedacht wird. Verpflichtete benötigen daher ein Datenmodell, das Standard CDD, Simplified Due Diligence, Enhanced Due Diligence, Verifizierungsquellen, eID-Attribute und Produkt-/Kanalrisiken strukturiert abbilden kann.
Art. 28 wirkt auf CDD-Datenmodell, SDD-/EDD-Logik, Verifizierungsquellen, eID, E-Money-Ausnahmen, Produkt- und Kanalrisiken, Systemarchitektur und Regulatory Change.
Art. 28 ist prüfungsrelevant, weil Verpflichtete nachweisen müssen, dass ihre CDD-Informationsarchitektur auf die kommenden RTS vorbereitet ist und spätere technische Vorgaben kontrolliert in Prozesse, Systeme und Datenmodelle überführt werden.
| Nachweisbereich | Typische Evidenz | Prüfungsfrage |
|---|---|---|
| RTS Monitoring Evidence | Regulatory Watch, AMLA-RTS-Tracking, Kommissionsannahme, Umsetzungsplan. | Wird das Art.-28-RTS-Mandat aktiv überwacht? |
| CDD Data Model Evidence | Data Dictionary, KYC-Felder, Pflichtfelder je Risikostufe, Evidence Rules. | Kann das KYC-System RTS-konforme Informationsanforderungen abbilden? |
| SDD / EDD Evidence | Risk Tier Mapping, SDD-Eligibility, EDD-Trigger, differenzierte Informationsanforderungen. | Sind Standard, SDD und EDD daten- und kontrollseitig unterscheidbar? |
| Source Reliability Evidence | Quellenkatalog, Quellenbewertung, unabhängige Quellen, Registerquellen, Review. | Sind Verifizierungsquellen zuverlässig, unabhängig und dokumentiert? |
| eID Evidence | eID-Attribute, Assurance Level, qualifizierte Vertrauensdienste, technische Protokolle. | Erfüllen digitale Identifizierungsverfahren die relevanten Attributanforderungen? |
| E-Money Exemption Evidence | Produktmerkmale, Risikofaktoren, Aufsichtsbewertung, Monitoring, Exemption Controls. | Sind E-Money-Ausnahmen risikobasiert begründet und kontrolliert? |
| Risk Criteria Evidence | Service Risk, Customer Risk, Transaction Amount/Recurrence, Channel Risk. | Beruht die CDD-Informationslogik auf den Art.-28(2)-Kriterien? |
| Technology Update Evidence | Change Requests, System Releases, Policy-Versionen, Training Updates, QA. | Kann das Framework Innovation und RTS-Updates kontrolliert aufnehmen? |
Die Umsetzung sollte als CDD RTS Readiness Framework erfolgen — mit regulatorischem Monitoring, KYC-Datenmodell, Source Catalogue, eID-Attributmapping, SDD-/EDD-Logik, E-Money-Risikobewertung und systematischem Change Management.
Art. 28 schließt den CDD-Grundlagenblock ab und leitet in die Drittstaaten- und Enhanced-Due-Diligence-Logik der AMLR über.
Art. 29 eröffnet den Drittstaatenblock mit erheblichen strategischen AML/CFT-Schwächen.
Art. 20 enthält die CDD-Maßnahmen, die durch Art. 28 technisch konkretisiert werden.
Art. 22 ist zentral für Quellen, eID und Verifizierung, die Art. 28 standardisieren wird.
Die Vorschrift verbindet CDD-Informationen, SDD, EDD, Verifizierungsquellen, eID, E-Money-Risikofaktoren, technologische Entwicklung und AMLA-RTS zu einem zukunftsfähigen CDD Data & Standards Framework.