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Handlungsmodelle der Geldwäsche · Zyklusmodell

Zyklusmodell
der Geldwäsche

Das Zyklusmodell erweitert das Drei-Phasen-Modell um Verflechtungen, Querverbindungen und wiederkehrende Geldwäschehandlungen.

Das Zyklusmodell der Geldwäsche wird in der Literatur dem Federal Reserve System zugeschrieben und bei Ackermann grafisch dargestellt. Bongard beschreibt es als Modell, das zwar auf den Phasen Placement, Layering und Integration basiert, die Verflechtungen und Querverbindungen zwischen diesen Phasen jedoch deutlicher sichtbar macht.

Modellgrafik

Zyklusmodell nach Ackermann.

Eigene grafische Darstellung in Anlehnung an Ackermann (1992), S. 9; dargestellt bei Bongard (2013), Wirtschaftsfaktor Geldwäsche – Analyse und Bekämpfung.  

Fachliche Einordnung

Mehr als eine lineare Abfolge.

Das Zyklusmodell übernimmt die Grundstruktur des Drei-Phasen-Modells mit Placement, Layering und Integration. Der wesentliche Unterschied liegt in der grafischen Darstellung: Die Geldwäschehandlungen werden nicht nur als lineare Prozessfolge gezeigt, sondern als miteinander verflochtene Bewegungen zwischen illegaler Aktivität, Platzierung, Verschleierung und Integration.

Bongard hebt hervor, dass die zyklische Darstellung die Verflechtungen und Querverbindungen zwischen den einzelnen Phasen deutlicher erkennen lässt als das klassische Drei-Phasen-Modell.

Modellbestandteile

Die zentralen Bereiche des Zyklusmodells.

Ausgangspunkt

Illicit Activity

Ausgangspunkt sind illegale Aktivitäten, aus denen Vermögenswerte entstehen. Die Vorlage nennt unter anderem Drogen, Betrug, Entführung, Steuerhinterziehung sowie Darlehens- beziehungsweise Kreditbezüge.

Phase

Placement

In der Placement-Phase werden illegale Vermögenswerte erstmals in Finanz- oder Wirtschaftsstrukturen eingebracht.

Phase

Layering

Layering beschreibt Verschleierungshandlungen, bei denen Transaktionen, Zahlungswege und Intermediäre genutzt werden, um Herkunft und Eigentümerbezug zu verdecken.

Phase

Integration

Integration bezeichnet die Rückführung der Vermögenswerte in scheinbar legale wirtschaftliche Strukturen.

Verbindungen

Querverbindungen

Die Grafik zeigt zahlreiche Verbindungen zwischen den Phasen, etwa über Checks, Wire Transfers, Commodities, Loans, Assets und Real Estate.

Intermediäre

Ausprägungen 1–10

Die Zahlen in den Blöcken verweisen auf mögliche Intermediäre und Ausprägungen wie Banken, Broker, Wechselstellen, Casinos oder Immobilienverkäufe.

Legende

Mögliche Ausprägungen / Intermediäre.

  1. Commodity Broker
  2. Wire Service
  3. Currency Exchange
  4. Precious Metal Dealers
  5. Casinos
  6. Check Cashing Services
  7. Underground Banks
  8. Security Brokers
  9. Real Estate Sales
  10. Traditional Banks
Illicit Activity

Illegale Ausgangsaktivitäten.

  • Marijuana
  • Heroin
  • Cocaine
  • Pornography
  • Dangerous Drugs
  • Hijacking
  • Fraud
  • Tax Evasion
  • Loans / Loan Sharking
  • Gambling
Bewertung

Stärken des Zyklusmodells.

  • Es macht Verflechtungen zwischen Placement, Layering und Integration sichtbar.
  • Es zeigt Geldwäsche nicht nur als einfache lineare Abfolge.
  • Es berücksichtigt verschiedene Transaktionswege und Intermediäre.
  • Es eignet sich besonders zur Darstellung komplexer Geldwäschehandlungen.

Die Bewertung bleibt quellenorientiert: Die Stärke des Modells liegt insbesondere in der besseren Darstellung von Querverbindungen gegenüber dem einfachen Drei-Phasen-Modell.

GCC-Einordnung

Praktische Relevanz für Geldwäscheprävention.

Das Zyklusmodell besitzt heute vor allem deshalb Relevanz, weil moderne Geldwäsche nur selten als einmaliger Vorgang erfolgt. Die im Modell dargestellten Rückkopplungen und Querverbindungen spiegeln Strukturen wider, die in aktuellen Financial-Crime-Fällen regelmäßig beobachtet werden.

Wiederholungstäter

Geldwäsche als wiederkehrendes Geschäftsmodell

Kriminelle Akteure waschen Vermögenswerte häufig nicht einmalig. Bereits integrierte Vermögenswerte können erneut für weitere Straftaten eingesetzt und anschließend wieder gewaschen werden.

Kriminelle Netzwerke

Arbeitsteilige Geldwäschehandlungen

Organisierte Kriminalität arbeitet arbeitsteilig. Verschiedene Akteure übernehmen Placement-, Layering- und Integrationshandlungen. Dadurch entstehen Netzwerke, die eher einem Kreislauf als einer linearen Abfolge entsprechen.

Dynamische Risiken

Anpassungsfähige Strukturen

Neue Technologien, Zahlungswege und Finanzprodukte verändern Geldwäschemethoden kontinuierlich. Kriminelle passen ihre Vorgehensweisen laufend an regulatorische Maßnahmen und Kontrollen an.

Einordnung im House of AML

Das Zyklusmodell gehört zum regulatorischen Fundament und zur Risikoerkennung.

Primärer House-Baustein

Regulatorisches Fundament

Das Modell vermittelt Grundlagenwissen zur Struktur komplexer Geldwäschehandlungen.

Quellen

Quellenbasis.

  • Ackermann, Hans (1992): Darstellung des Zyklusmodells, S. 9.
  • Bongard, Kai (2013): Wirtschaftsfaktor Geldwäsche – Analyse und Bekämpfung.
  • Federal Reserve System (1990): Zyklusmodell der Geldwäsche, zitiert nach Bongard/Ackermann.
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