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Handlungsmodelle der Geldwäsche · Zielmodell

Zielmodell
nach Ackermann

Geldwäsche aus Sicht der Täterziele: Integration, Investition, Steuerdelikte und Verbrechensfinanzierung.

Das Zielmodell von Ackermann unterscheidet sich grundlegend von den zuvor dargestellten Geldwäschemodellen. Es fragt nicht primär danach, wie Geldwäsche technisch abläuft, sondern welche Ziele Täter mit Geldwäschehandlungen verfolgen und welche Handlungsmöglichkeiten ihnen dafür zur Verfügung stehen.

Modellgrafik

Rekonstruiertes Zielmodell der Geldwäsche.

Eigene Rekonstruktion auf Basis von Ackermann (1992), dargestellt bei Bongard (2013), sowie der in der Literatur beschriebenen Ziele, Handlungsmöglichkeiten und Unterstützungsfaktoren.

Fachliche Einordnung

Der Perspektivwechsel: vom Ablauf zur Täterintention.

Während das Drei-Phasen-Modell, das Zyklusmodell, das Kreislaufmodell nach Zünd und das Vier-Sektoren-Modell nach Müller vor allem Abläufe, Verbindungen und Strukturen der Geldwäsche erklären, richtet Ackermann den Blick auf die Zielsetzung der Geldwäscher. Geldwäsche wird dadurch nicht mehr nur als technischer Verschleierungsprozess verstanden, sondern als strategisches Mittel zur Erreichung wirtschaftlicher, steuerlicher oder krimineller Zwecke.

Dieser Perspektivwechsel ist für moderne Financial Crime Compliance besonders relevant, weil Risikoanalyse, Transaktionsmonitoring und Typologiearbeit nicht nur nach auffälligen Transaktionen fragen, sondern nach der Funktion, die eine Struktur für den Täter erfüllt.

Ziele der Geldwäsche

Welche Zwecke verfolgt der Täter?

Ziel

Integration

Illegale Vermögenswerte sollen in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht werden, damit ihre deliktische Herkunft verdeckt wird.

Ziel

Investition

Kriminell erlangte Gelder werden zur Vermögensbildung, Renditeerzielung oder Beteiligung an legalen Wirtschaftsstrukturen eingesetzt.

Ziel

Steuerumgehung

Strukturen werden genutzt, um steuerliche Belastungen zu reduzieren oder wirtschaftliche Sachverhalte gegenüber Behörden anders erscheinen zu lassen.

Ziel

Steuerhinterziehung

Einkünfte, Vermögenswerte oder wirtschaftliche Beteiligungen werden verschleiert, um steuerliche Pflichten zu umgehen.

Ziel

Steuerbetrug

Durch Täuschung, falsche Angaben oder manipulierte Strukturen sollen finanzielle Vorteile gegenüber staatlichen Stellen erzielt werden.

Ziel

Verbrechensfinanzierung

Gewaschene oder verschleierte Gelder können zur Finanzierung weiterer Straftaten, krimineller Netzwerke oder organisatorischer Infrastruktur genutzt werden.

Handlungsmöglichkeiten

Welche Mittel stehen zur Zielerreichung zur Verfügung?

Ackermann verbindet die Täterziele mit konkreten Handlungsmöglichkeiten. Diese reichen von Inlands- und Auslandskonstruktionen über Offshore-Zentren bis zu Frontgesellschaften, Wertpapieren, Sparkonten, Sachwerten und Fälschungen.

Raum

Inland, Ausland und Offshore

Unterschiedliche Rechtsräume können genutzt werden, um Ermittlungen zu erschweren und Vermögenswerte über Grenzen hinweg zu verschieben.

Struktur

Frontgesellschaften und Großunternehmen

Unternehmen können als Fassade, Integrationsvehikel oder wirtschaftliche Hülle zur Verschleierung von Herkunft und Kontrolle dienen.

Vermögen

Wertschriften, Sparkonten und Sachwerte

Finanzinstrumente und Sachwerte können genutzt werden, um illegale Gelder zu speichern, umzuschichten oder scheinbar legitim anzulegen.

Unterstützungsfaktoren

Welche Faktoren erleichtern Geldwäsche?

Faktor

Internationaler Faktor

Grenzüberschreitende Strukturen, unterschiedliche Rechtsordnungen und internationale Finanzplätze erschweren Nachverfolgung und Kooperation.

Faktor

Offshore-Faktor

Offshore-Zentren können durch Geheimhaltung, flexible Gesellschaftsformen und geringe Transparenz zusätzliche Verschleierung ermöglichen.

Faktor

Geheimnisschutzfaktor

Bankgeheimnis, Anwaltsgeheimnis oder sonstige Verschwiegenheitsregeln können die Identifikation wirtschaftlich Berechtigter erschweren.

Faktor

Hüllenfunktion juristischer Personen

Juristische Personen, Strohpersonen und Gesellschaftskonstruktionen können zur Abschirmung der tatsächlichen Kontrolle genutzt werden.

Faktor

Layeringfaktor

Mehrstufige Transaktionen, Kontenketten und zwischengeschaltete Rechtsträger erschweren die Rückverfolgung der Vermögenswerte.

Faktor

Unterbrechungs- und Vermischungsfaktor

Dokumentationsketten werden unterbrochen oder legale und illegale Vermögenswerte miteinander vermischt.

Faktor

Fälschungsfaktor

Falsche Dokumente, Scheingeschäfte oder manipulierte Angaben können die wirtschaftliche Realität verdecken.

Faktor

Bargeldloser Zahlungsverkehr

Elektronische Zahlungen, internationale Transfers und komplexe Kontenstrukturen können Geldwäschehandlungen beschleunigen und verschleiern.

Faktor

Vermischung legaler und illegaler Gelder

Die Vermischung mit legalen Umsätzen erschwert die Trennung zwischen rechtmäßigen und deliktischen Vermögenswerten.

Bewertung

Das täterorientierte Modell der Geldwäsche.

Das Zielmodell nach Ackermann ist innerhalb der Modellreihe besonders bedeutsam, weil es den Fokus von der äußeren Handlung auf die dahinterliegende Zielsetzung verschiebt. Es macht sichtbar, dass Geldwäsche kein Selbstzweck ist, sondern ein Instrument zur Vermögenssicherung, Vermögensmehrung, Steuervermeidung, Verschleierung und Finanzierung weiterer Straftaten.

  • Es erklärt Geldwäsche aus Sicht der Täterintention.
  • Es verbindet Ziele, Handlungsmöglichkeiten und unterstützende Faktoren.
  • Es schafft eine Brücke zu moderner Typologie- und Risikoanalyse.
  • Es ist besonders relevant für Financial Crime Intelligence und Ermittlungslogik.
  • Es ergänzt Ablauf- und Strukturmodelle um eine strategische Täterperspektive.
GCC-Einordnung

Praktische Relevanz für moderne Financial Crime Compliance.

Für die GCC-Systematik ist das Zielmodell besonders wertvoll, weil es die Frage nach der Funktion einer Geldwäschehandlung stellt. Moderne Geldwäscheprävention muss nicht nur erkennen, dass eine Transaktion ungewöhnlich ist, sondern verstehen, welches Ziel mit einer Struktur verfolgt werden könnte.

Täterorientierter Ansatz

Warum statt nur wie

Das Modell unterstützt die Analyse der Täterintention: Integration, Investition, Steuerdelikte, Vermögenssicherung oder Verbrechensfinanzierung.

Typologien

Muster mit Zweckbezug

Typologien können danach bewertet werden, welche Zielsetzung mit einem Muster verfolgt wird.

Transaktionsmonitoring

Funktion von Auffälligkeiten

Auffällige Zahlungen können nicht nur technisch, sondern funktional analysiert werden: Verschleierung, Integration, Umgehung oder Finanzierung.

Beneficial Ownership

Juristische Personen als Instrument

Gesellschaften, Treuhandstrukturen und Strohpersonen werden als bewusst eingesetzte Mittel zur Zielerreichung verstanden.

Offshore Intelligence

Offshore als Handlungsmöglichkeit

Offshore-Strukturen erscheinen nicht zufällig, sondern als strategische Wahl zur Verschleierung und Absicherung.

Strategische Risikoanalyse

Zielorientierte Bewertung

Das Modell unterstützt die Frage, welche wirtschaftliche oder kriminelle Funktion eine Struktur im Gesamtbild erfüllt.

Einordnung im House of AML

Das Zielmodell gehört primär zur Überwachung und Risikoerkennung.

Primärer House-Baustein

Überwachung & Risikoerkennung

Das Modell unterstützt die Bewertung von Täterzielen, Typologien, Transaktionsmustern und strategischen Geldwäschefunktionen.

Quellen

Quellenbasis.

  • Ackermann, Hans (1992): Geldwäsche – Money Laundering.
  • Bongard, Kai (2013): Wirtschaftsfaktor Geldwäsche – Analyse und Bekämpfung.
  • Kainz, Melanie: Geldwäsche – Erscheinungsformen und Bekämpfungsmöglichkeiten.

Überschrift

Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken.

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