Trade-Based Money Laundering (TBML)
Geldwäsche über internationale Handels- und Warenstrukturen
Trade-Based Money Laundering (TBML) zählt zu den komplexesten und international bedeutendsten Geldwäschemethoden. Ziel ist die Verschleierung illegaler Vermögenswerte durch:
- internationale Handelsgeschäfte,
- manipulierte Warenströme,
- fingierte Rechnungen,
- oder komplexe Import- und Exportstrukturen.
Die Methode nutzt die enorme Komplexität des globalen Handels, um:
- illegale Gelder grenzüberschreitend zu transferieren,
- wirtschaftliche Zusammenhänge zu verschleiern,
- sowie regulatorische Kontrollen zu umgehen.
TBML wird weltweit mit:
- organisierter Kriminalität,
- Korruption,
- Steuerdelikten,
- Terrorismusfinanzierung,
- sowie internationalen Sanktionsumgehungen
in Verbindung gebracht.
Definition
Trade-Based Money Laundering bezeichnet die Nutzung:
- internationaler Handelsgeschäfte,
- Warenlieferungen,
- Handelsrechnungen,
- oder logistischer Strukturen
zur Verschleierung oder Verlagerung illegaler Vermögenswerte.
Die Methode basiert häufig auf:
- manipulierten Warenwerten,
- falschen Mengenangaben,
- fingierten Lieferungen,
- Mehrfachabrechnungen,
- oder komplexen Unternehmensstrukturen.
Besonders relevant sind:
- internationale Handelsunternehmen
- Offshore-Gesellschaften
- Import-/Export-Strukturen
- Logistiknetzwerke
- sowie Scheinfirmen
Funktionsweise
Kriminelle Akteure manipulieren Handelsgeschäfte, um Vermögenswerte grenzüberschreitend zu transferieren oder wirtschaftlich zu verschleiern.
Typische Mechanismen sind:
- Überfakturierung (Over-Invoicing)
- Unterfakturierung (Under-Invoicing)
- Mehrfachabrechnungen
- falsche Warenbeschreibungen
- Scheingeschäfte
- oder fingierte Handelsbeziehungen
Die eigentliche Geldbewegung erfolgt häufig:
- über reguläre Banktransaktionen,
- Handelsfinanzierungen,
- Zahlungsdienstleister,
- oder internationale Unternehmensnetzwerke.
Die Komplexität globaler Lieferketten erschwert häufig:
- Plausibilitätsprüfungen,
- Nachvollziehbarkeit wirtschaftlicher Zusammenhänge,
- sowie die Bewertung realer Warenbewegungen.
Typischer Ablauf
Ein typischer TBML-Ablauf kann wie folgt aussehen:
- Beschaffung illegaler Vermögenswerte
- Aufbau oder Nutzung internationaler Handelsstrukturen
- Erstellung manipulierter Handelsrechnungen
- Durchführung internationaler Zahlungsströme
- Verschleierung wirtschaftlicher Zusammenhänge
- Integration scheinbar legitimer Handelsgewinne
Teilweise bestehen umfangreiche internationale Unternehmens- und Logistiknetzwerke.
Beteiligte Akteure
Im Zusammenhang mit TBML treten häufig folgende Akteure auf:
- organisierte kriminelle Gruppen
- internationale Handelsunternehmen
- Offshore-Gesellschaften
- Scheinfirmen
- Logistik- und Transportnetzwerke
- korrupte Intermediäre
- professionelle Unterstützungsstrukturen
- internationale Finanznetzwerke
Teilweise bestehen hochkomplexe internationale Handels- und Firmenstrukturen.
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Überfakturierung
Waren werden deutlich über Marktwert fakturiert, um zusätzliche Vermögenswerte grenzüberschreitend zu transferieren.
Beispiel 2: Scheingeschäfte
Internationale Handelsrechnungen werden erstellt, obwohl keine tatsächliche Warenlieferung erfolgt.
Beispiel 3: Mehrfachabrechnungen
Dieselben Warenlieferungen werden mehrfach abgerechnet, um zusätzliche Geldbewegungen zu erzeugen.
Red Flags
Folgende Auffälligkeiten können auf TBML-Strukturen hinweisen:
- auffällige Preisabweichungen vom Marktwert
- wirtschaftlich nicht nachvollziehbare Handelsstrukturen
- ungewöhnliche Handelsrouten oder Lieferketten
- Nutzung von Offshore-Gesellschaften oder Scheinfirmen
- fehlende wirtschaftliche Substanz beteiligter Unternehmen
- widersprüchliche Handels- oder Transportdokumente
- komplexe internationale Zahlungsstrukturen
- ungewöhnliche Warenmengen oder Warenarten
- häufige Änderungen von Geschäftspartnern
- fehlende Plausibilität zwischen Geschäftstätigkeit und Handelsvolumen
Die Bewertung erfordert häufig spezialisierte Handels-, Zoll- und Transaktionsanalysen.
Risiken für Verpflichtete
TBML stellt insbesondere für:
- Kreditinstitute,
- Handelsfinanzierer,
- Zahlungsdienstleister,
- Zollbehörden,
- Logistikunternehmen,
- sowie Aufsichts- und Ermittlungsbehörden
ein erhebliches Risiko dar.
Besondere Herausforderungen bestehen in:
- der Bewertung internationaler Handelsgeschäfte,
- der Plausibilisierung von Warenwerten,
- der Analyse komplexer Unternehmensstrukturen,
- sowie der Identifizierung wirtschaftlich Berechtigter.
Die Kombination aus:
- globalen Lieferketten,
- Offshore-Strukturen,
- Scheingeschäften,
- und internationalen Finanzsystemen
erhöht die Risiken zusätzlich.
Regulatorische Einordnung
Internationale Organisationen wie:
- FATF,
- OECD,
- Europol,
- Weltzollorganisation (WCO),
- sowie nationale Aufsichtsbehörden
weisen regelmäßig auf die erheblichen Risiken handelsbasierter Geldwäsche hin.
Besondere regulatorische Bedeutung besitzen:
- Handelsfinanzierungs-Compliance,
- KYC- und Due-Diligence-Prozesse,
- Zoll- und Exportkontrollen,
- risikobasierte Handelsbewertungen,
- sowie internationale AML/CFT-Maßnahmen.
TBML zählt weltweit zu den komplexesten Formen internationaler Geldwäsche.
Internationale Perspektive
TBML spielt weltweit eine bedeutende Rolle im Zusammenhang mit:
- organisierter Kriminalität,
- Korruption,
- Steuerdelikten,
- Terrorismusfinanzierung,
- Sanktionsumgehung,
- sowie internationalen Geldwäschemodellen.
Besonders relevant sind:
- internationale Handelszentren,
- Offshore-Finanzplätze,
- globale Logistiknetzwerke,
- sowie Staaten mit eingeschränkter Handelskontrolle.
Die Kombination aus:
- internationalem Warenverkehr,
- komplexen Unternehmensstrukturen,
- Offshore-Systemen,
- und globalen Finanzstrukturen
erschwert Ermittlungen erheblich.
Internationale Kooperationen zwischen:
- Finanzinstituten,
- Zoll- und Steuerbehörden,
- Ermittlungsorganen,
- sowie internationalen Organisationen
werden daher zunehmend wichtiger.
Verbindungen zu weiteren Geldwäschemethoden
TBML wird häufig kombiniert mit: