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Handlungsmodelle der Geldwäsche · US-Zollbehörde

Modell der
US-amerikanischen Zollbehörde

Das Drei-Phasen-Modell der Geldwäsche: Placement, Layering und Integration als klassischer prozessorientierter Ansatz.
Das Modell der US-amerikanischen Zollbehörde zählt zu den bekanntesten Handlungsmodellen der Geldwäsche. Es wurde zur systematischen Untersuchung von Drogengeldwäsche entwickelt und unterscheidet drei Phasen: Placement, Layering und Integration.

In der Fachliteratur wird das Modell auf den U.S. Customs Service – Office of Intelligence Headquarters zurückgeführt. Bongard verweist dabei auf die Veröffentlichung Money Laundering aus dem Jahr 1989, dargestellt nach Ackermann.
Historischer Hintergrund

Ein Ermittlungsmodell zur Systematisierung von Drogengeldwäsche.

Nach Bongard hat die US-Zollbehörde zur Systematisierung der Untersuchung von Drogengeldwäsche ein Modell entwickelt, in dem drei Phasen der Geldwäsche unterschieden werden. Es handelt sich um eines der bekanntesten Erklärungsmodelle der Geldwäsche.

Urheberbezug U.S. Customs Service – Office of Intelligence Headquarters.
Veröffentlichung Money Laundering, 1989, dargestellt nach Ackermann.
Zielrichtung Systematisierung der Untersuchung von Drogengeldwäsche.
Modelllogik Drei Phasen: Placement, Layering und Integration.
Eigene Darstellung nach U.S. Customs Service / Bongard

Das Drei-Phasen-Modell der Geldwäsche.

Das Modell beschreibt Geldwäsche als Abfolge von Platzierung, Verschleierung und Integration. Die folgende Grafik ist eine eigene Darstellung im Corporate Design der Plattform auf Grundlage der in Bongard dargestellten Modellbeschreibung.

Phase 1 Placement

Platzierung illegaler Vermögenswerte im Finanz- oder Wirtschaftskreislauf.

Bargeldeinzahlungen
Wechselstuben
Frontbetriebe
Phase 2 Layering

Verschleierung der Herkunft und des Eigentümers durch Transaktionen und Transfers.

Nationale Transfers
Internationale Transfers
Offshore-Banken
Phase 3 Integration

Rückführung der Vermögenswerte in den legalen Wirtschaftskreislauf.

Immobilien
Unternehmen
Finanzanlagen

Quelle der Modelllogik: U.S. Customs Service – Office of Intelligence Headquarters (1989), zitiert nach Bongard und dargestellt nach Ackermann.

Phase 1

Placement: Platzierung illegaler Vermögenswerte.

In der ersten Phase werden illegal erwirtschaftete Gewinne erstmals in den Finanz- oder Wirtschaftskreislauf eingebracht.

Bargeld

Einzahlung großer Bargeldmengen

Bongard beschreibt für die erste Phase insbesondere die Einzahlung großer Bargeldmengen auf Bankkonten als typische Erscheinungsform.

Strukturierung

Aufteilung in kleinere Beträge

Zur Umgehung von Kontrollmechanismen können größere Geldbeträge in kleinere Beträge aufgeteilt werden.

Kanäle

Wechselstuben und Spielbanken

Als weitere Möglichkeiten nennt Bongard unter anderem Wechselstuben und Spielbanken.

Frontbetriebe

Vermischung mit legalen Einnahmen

Auch die Vermischung illegaler Gelder mit legalen Einnahmen aus Unternehmen wird als unauffällige Placement-Variante beschrieben.

Versicherung

Versicherungsgesellschaften

Bongard nennt außerdem Platzierungen bei Versicherungsgesellschaften, etwa über kurzlaufende Lebensversicherungen.

Risiko

Hohes Entdeckungsrisiko

Für den Geldwäscher ist die Placement-Phase besonders riskant, da die illegale Herkunft in dieser Phase häufig noch erkennbar sein kann.

Phase 2

Layering: Verschleierung durch Transaktionen und Transfers.

In der zweiten Phase finden nach Bongard vielfältige Transaktionen im nationalen und vor allem im internationalen Bereich statt, um die Herkunft oder den Eigentümer der Vermögensgegenstände zu verbergen.

1
Ausgangspunkt

Die zuvor platzierten illegalen Gewinne befinden sich meist bereits im legalen Banken- und Finanzsystem.

2
Verschleierung

Durch zahlreiche Transaktionen wird versucht, Herkunft, Eigentümer und wirtschaftlichen Zusammenhang zu verschleiern.

3
Internationale Bezüge

Bongard nennt insbesondere nationale und internationale Transfers sowie ausländische Finanzinstitute und Offshore-Banken.

Phase 3

Integration: Rückführung in den legalen Wirtschaftskreislauf.

In der dritten Phase erscheinen die Vermögenswerte nach der Verschleierung als scheinbar legale Mittel und werden in wirtschaftliche Aktivitäten oder Vermögenswerte integriert.

Investition

Finanzanlagen

Bongard beschreibt die Integration unter anderem über Anlageformen und Finanzinvestitionen.

Realwirtschaft

Unternehmen

Die Rückführung kann über Unternehmen und wirtschaftliche Beteiligungen erfolgen.

Sachwerte

Immobilien und Objekte

Als Beispiele werden unter anderem Immobilien, Schiffe und weitere werthaltige Objekte genannt.

Bewertung des Modells

Das Modell ist bekannt und didaktisch stark – aber nicht vollständig linear.

Bongard weist darauf hin, dass das Drei-Phasen-Modell zwar sehr bekannt ist, die Phasen jedoch nicht zwangsläufig streng nacheinander ablaufen müssen. Sie können sich auch überlagern oder synchron ablaufen.

  • Stärke: einfache und sehr verständliche Struktur.
  • Stärke: klare didaktische Trennung von Platzierung, Verschleierung und Integration.
  • Grenze: die tatsächlichen Abläufe können sich überlagern.
  • Grenze: das Modell bildet keine zyklischen Wiederholungen ab.
GCC-Einordnung

Warum das Modell für die spätere Framework-Entwicklung wichtig bleibt.

Die folgende Einordnung ist eine Plattform-Einordnung von GeldwäscheCompliance.de. Sie ist nicht Bestandteil des historischen Modells, sondern ordnet dessen Nutzen für heutige AML-Prozesse ein.

KYC / CDD

Placement-Risiken

Die Placement-Phase ist besonders relevant für Bargeldrisiken, Kundenannahme, Herkunft der Mittel, Plausibilitätsprüfung und Geschäftsmodellverständnis.

Monitoring

Layering-Risiken

Layering ist besonders relevant für Transaktionsmonitoring, Red Flags, komplexe Zahlungswege, internationale Transfers und ungewöhnliche Transaktionsmuster.

EDD / UBO

Integration-Risiken

Integration ist besonders relevant für wirtschaftlich Berechtigte, Vermögensstrukturen, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen und Investitionen.

Einordnung in die Modellreihe

Vom linearen Phasenmodell zu zyklischen und systemischen Modellen.

Bernasconi
Mehrdimensionale Betrachtung

Technische, geografische und zeitliche Gesichtspunkte der Geldwäsche.

US-Zollbehörde
Drei-Phasen-Modell

Placement, Layering und Integration als lineares Prozessmodell.

Zyklusmodell
Wiederholung und Rückkopplung

Erweiterung der linearen Betrachtung um zyklische Elemente.

Zünd / Müller / Ackermann
Ablauf, System und Täterziele

Weitere Modelle differenzieren Ablauf, Systembezüge und Zielperspektiven.

Einordnung im House of AML

Das US-Zollbehörden-Modell gehört primär zum regulatorischen Fundament.

Primärer House-Baustein

Regulatorisches Fundament

Das Modell vermittelt eine grundlegende Prozesslogik der Geldwäsche und bildet damit Basiswissen für AML/CTF-Schulungen und Grundverständnis.

Weiterführende Modelle

Die nächsten Modellseiten der Reihe.

Das Modell der US-Zollbehörde bildet den klassischen linearen Ausgangspunkt. Die folgenden Modelle erweitern diesen Blick um Kreisläufe, Systeme und Täterziele.

Quellenbasis

Verwendete Literatur und Quellen.

  • U.S. Customs Service – Office of Intelligence Headquarters (1989): Money Laundering.
  • Ackermann (1992), Darstellung des US-Customs-Modells.
  • Bongard, Kai (2013): Wirtschaftsfaktor Geldwäsche – Analyse und Bekämpfung.
  • FATF (1990): Bezugnahmen auf Geldwäschephasen und Typologien, soweit in der wissenschaftlichen Literatur aufgegriffen.
  • Eigene Darstellung der Grafik nach Bongard / Ackermann / U.S. Customs Service.

Überschrift

Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße. Ich bin allein und freue mich meines Lebens in dieser Gegend, die für solche Seelen geschaffen ist wie die meine. Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, daß meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken.

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