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FinTechs

Innovative Finanztechnologien und ihre Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche und Finanzkriminalität

FinTech-Unternehmen verändern den globalen Finanzsektor grundlegend. Digitale Plattformen ermöglichen:

  • schnelle Kontoeröffnungen,
  • mobile Zahlungsdienste,
  • digitale Vermögensverwaltung,
  • internationale Geldtransfers,
  • sowie automatisierte Finanzprozesse.


Die Kombination aus:

  • technologischer Skalierbarkeit,
  • globaler Reichweite,
  • hoher Transaktionsgeschwindigkeit,
  • sowie digitalen Onboarding-Prozessen

schafft jedoch erhebliche Herausforderungen im Bereich Geldwäscheprävention und Compliance.

Definition

FinTechs sind technologieorientierte Unternehmen, die digitale Finanzdienstleistungen oder innovative Finanztechnologien anbieten.


Typische Bereiche umfassen:

  • digitale Zahlungsdienste
  • Neobanken
  • E-Geld-Institute
  • Kryptodienstleister
  • digitale Kreditplattformen
  • Investment-Apps
  • Embedded Finance
  • digitale Wallet-Systeme
  • RegTech- und InsurTech-Lösungen


Im AML-Kontext entstehen Risiken insbesondere durch:

  • digitale Kundenbeziehungen,
  • automatisierte Prozesse,
  • internationale Plattformstrukturen,
  • sowie hohe Transaktionsvolumina.

Funktionsweise

FinTech-Plattformen ermöglichen Finanzdienstleistungen häufig vollständig digital und automatisiert.


Typische Merkmale sind:

  • digitale Kontoeröffnungen,
  • mobile Anwendungen,
  • API-basierte Zahlungssysteme,
  • automatisierte Identifizierungsverfahren,
  • sowie internationale Echtzeittransaktionen.


Kriminelle Akteure nutzen solche Strukturen unter anderem für:

  • schnelle Vermögensverschiebungen,
  • Fragmentierung von Transaktionen,
  • Nutzung mehrerer digitaler Accounts,
  • internationale Geldtransfers,
  • oder die Integration illegaler Vermögenswerte.


Die Kombination mit:

  • Kryptowährungen,
  • Offshore-Strukturen,
  • Money Mule Networks,
  • oder digitalen Zahlungsplattformen

erhöht die Risiken zusätzlich.

Typischer Ablauf

Ein typischer geldwäscherelevanter Ablauf kann wie folgt aussehen:

  1. Eröffnung digitaler Accounts oder Wallets
  2. Einzahlung illegaler Vermögenswerte
  3. Nutzung automatisierter Zahlungs- oder Transferdienste
  4. Fragmentierung der Gelder über mehrere Plattformen
  5. Internationale Weiterleitung der Vermögenswerte
  6. Integration in regulierte Finanzsysteme

Teilweise erfolgen komplexe Transaktionsketten innerhalb kürzester Zeiträume.

Beteiligte Akteure

Im Zusammenhang mit FinTechs und Geldwäsche treten häufig folgende Akteure auf:

  • organisierte kriminelle Gruppen
  • Cybercrime-Netzwerke
  • Money Mule Networks
  • internationale Betrugsstrukturen
  • illegale Zahlungsagenten
  • technisch spezialisierte Akteure
  • Offshore-Unternehmen
  • Betreiber nicht regulierter Plattformen

Teilweise werden automatisierte Account- und Wallet-Netzwerke genutzt.

Praxisbeispiele

Beispiel 1: Digitale Wallet-Strukturen

Illegale Vermögenswerte werden über mehrere digitale Wallets und Plattformen fragmentiert und international transferiert.


Beispiel 2: Schnelle Kontoeröffnungen

Digitale Onboarding-Prozesse werden missbraucht, um zahlreiche Accounts mit geringer persönlicher Interaktion zu eröffnen.


Beispiel 3: Kombination mit Kryptowährungen

FinTech-Plattformen werden genutzt, um Kryptowerte in Fiat-Währungen umzuwandeln oder international weiterzuleiten.

Red Flags

Folgende Auffälligkeiten können auf geldwäscherelevante Aktivitäten im FinTech-Bereich hinweisen:

  • ungewöhnlich hohe oder fragmentierte Transaktionen
  • Nutzung mehrerer digitaler Accounts
  • wirtschaftlich nicht nachvollziehbare Zahlungsstrukturen
  • auffällige internationale Echtzeittransaktionen
  • ungewöhnlich hohe Aktivität neu eröffneter Accounts
  • Verbindungen zu Hochrisiko-Jurisdiktionen
  • Nutzung mehrerer Plattformen innerhalb kurzer Zeit
  • fehlende wirtschaftliche Plausibilität der Mittelherkunft
  • Kombination mit Kryptowährungen oder Offshore-Strukturen
  • Nutzung technischer Verschleierungsmechanismen

Die Bewertung erfordert häufig automatisierte Monitoring-Systeme und technische Mustererkennung.

Risiken für Verpflichtete

FinTech-Unternehmen stehen zunehmend im Fokus der Geldwäscheprävention.


Besondere Risiken bestehen insbesondere in:

  • vollständig digitalen Kundenbeziehungen,
  • eingeschränkten persönlichen Kontakten,
  • hoher Skalierbarkeit,
  • internationalen Plattformstrukturen,
  • sowie automatisierten Transaktionsprozessen.


Besonders betroffen sind:

  • Neobanken,
  • E-Geld-Institute,
  • Zahlungsdienstleister,
  • Kryptodienstleister,
  • sowie digitale Investmentplattformen.


Zusätzlich erschweren:

  • API-basierte Systeme,
  • Echtzeittransaktionen,
  • und internationale Wallet-Strukturen

klassische AML-Kontrollmaßnahmen erheblich.

Regulatorische Einordnung

Internationale Organisationen wie:

  • FATF,
  • Europäische Union,
  • Europol,
  • sowie nationale Aufsichtsbehörden

haben regulatorische Anforderungen für digitale Finanzdienstleister erheblich ausgeweitet.


Besondere regulatorische Bedeutung besitzen:

  • digitale KYC-Verfahren,
  • risikobasierte Due-Diligence-Prozesse,
  • Echtzeit-Monitoring,
  • Transaktionsüberwachung,
  • sowie internationale AML/CFT-Anforderungen.

Der FinTech-Sektor zählt weltweit zu den dynamischsten Regulierungsfeldern im Finanzsystem.

Internationale Perspektive

FinTechs spielen weltweit eine zunehmende Rolle im Zusammenhang mit:

  • Cybercrime,
  • Betrugsdelikten,
  • Terrorismusfinanzierung,
  • organisierter Kriminalität,
  • sowie internationaler Geldwäsche.


Die Kombination aus:

  • digitalen Wallets,
  • Echtzeittransaktionen,
  • Kryptowährungen,
  • Offshore-Strukturen,
  • und globalen Plattformmodellen

erschwert Ermittlungen und regulatorische Maßnahmen erheblich.


Internationale Kooperationen zwischen:

  • Aufsichtsbehörden,
  • Technologieunternehmen,
  • Ermittlungsbehörden,
  • und Finanzinstituten

werden daher zunehmend wichtiger.

Verbindungen zu weiteren Geldwäschemethoden

FinTech-Strukturen werden häufig kombiniert mit:

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