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AMLR Article Explorer · Art. 3 AMLR · Obliged Entities

Art. 3 AMLR – Obliged Entities

Die zentrale Scope-Norm der AMLR: Wer gilt als Verpflichteter im neuen europäischen AML/CFT Single Rulebook?
Art. 3 der Verordnung (EU) 2024/1624 bestimmt den Kreis der Verpflichteten. Die Norm erfasst Kreditinstitute, Finanzinstitute sowie eine breite Gruppe natürlicher und juristischer Personen, soweit sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit bestimmte risikorelevante Tätigkeiten ausüben.

Damit ist Art. 3 eine der wichtigsten Eingangsnormen des gesamten AMLR Article Explorer. Erst wenn der Verpflichtetenstatus sauber bestimmt ist, können Governance, Risikoanalyse, CDD, EDD, Beneficial Ownership, Reporting, Daten-Governance, Sanctions Controls und Aufsichtspflichten korrekt zugeordnet werden.
Executive Overview

Art. 3 ist der regulatorische Eintrittspunkt für alle Pflichten.

Die AMLR-Pflichten greifen nur, wenn eine Einheit oder Tätigkeit in den Kreis der Verpflichteten fällt. Art. 3 ist daher nicht nur eine Scope-Liste, sondern eine operative Klassifikationsnorm für Rechtsträger, Geschäftsmodelle, Produkte, Tätigkeiten, Berufsgruppen und neue Risikosektoren.

Financial Sector

Kredit- und Finanzinstitute

Kreditinstitute und Finanzinstitute bilden den klassischen Kern der AMLR-Verpflichteten.

DNFBP

Nichtfinanzielle Berufe

Art. 3 erfasst u. a. Berater, Rechtsberufe, Immobilien, Trust- und Company-Service-Provider.

New Sectors

Neue Risikosektoren

Crowdfunding, Investment Migration, bestimmte Güterhändler und Fußballakteure werden ausdrücklich adressiert.

Controls

Scope Governance

Die Einstufung als Verpflichteter muss dokumentiert, überwacht und regelmäßig überprüft werden.

Scope Architecture

Art. 3 als Verpflichteten- und Tätigkeitsarchitektur.

Art. 3 arbeitet mit drei Ebenen: Kreditinstitute, Finanzinstitute und weitere natürliche oder juristische Personen, soweit sie bestimmte professionelle Tätigkeiten ausüben. Daraus entsteht ein Scope-Modell, das Rechtsträger, Tätigkeit, Rolle, Schwellenwerte und Ausnahmen zusammen prüfen muss.

Credit InstitutionsKreditinstitute als klassische AML/CFT-Gatekeeper.
Financial InstitutionsFinanzinstitute einschließlich definierter Finanz- und Crypto-Bezüge.
Professional ActivitiesBerufs- und Tätigkeitsgruppen außerhalb des klassischen Finanzsektors.
Threshold LogicSchwellenwerte bei Immobilienmiete, Kunst-/Kulturgütern und Free-Zone-Konstellationen.
Sector ExpansionInvestment Migration, Crowdfunding, Fußballagenten und professionelle Fußballclubs.
Obliged Entity Map

Die Verpflichtetengruppen des Art. 3 AMLR.

Art. 3 enthält die zentrale Liste der Verpflichteten. Für die praktische Umsetzung empfiehlt sich eine Clusterung nach Finanzsektor, Berufsgruppen, Immobilien, Gütern, Plattformen, Migration, Holding-Strukturen und Fußballsektor.

Gruppe nach Art. 3 AMLR Erfasste Verpflichtete / Tätigkeiten Regulatorische Funktion TOM-/House-Bezug Operative Übersetzung
Art. 3(1) Credit institutions. Klassischer Kern des AML/CFT-Finanzsektors. Governance · Risk · CDD · EDD · Reporting Bankenklassifikation, Produkt-/Kundenscope, vollständiges AML/CFT Operating Model.
Art. 3(2) Financial institutions. Erfasst definierte Finanzinstitute nach AMLR-Begriffslogik. Regulatory Foundation · Financial Sector Scope Lizenz-, Aktivitäts- und Gruppenmapping; Abgleich mit Art. 2-Definitionen.
Art. 3(3)(a) Auditors, external accountants, tax advisors und bestimmte Personen, die Hilfe, Unterstützung oder Beratung in Steuersachen als Haupttätigkeit leisten. Erfassung steuer- und prüfungsnaher Berufsgruppen mit Missbrauchsrisiko. Scope · Governance · Reporting Berufsgruppenklassifikation, Mandatsprüfung, Privilege-/Reporting-Abgrenzung.
Art. 3(3)(b) Notaries, lawyers and other independent legal professionals bei bestimmten Finanz-, Immobilien- und Strukturierungstransaktionen. Erfassung rechtsberatender Tätigkeiten in risikorelevanten Transaktionskontexten. CDD · UBO · Reporting · Professional Secrecy Mandatstypisierung, Transaktionsscope, Legal-Privilege-Abgrenzung.
Art. 3(3)(c) Trust or company service providers. Erfassung von Dienstleistern für Gesellschafts-, Trust- und Nominee-Strukturen. UBO · EDD · Reliance · Third-Party TCSP-Klassifikation, Strukturierungsrisiken, BO- und Nominee-Kontrollen.
Art. 3(3)(d) Estate agents und andere Immobilienprofessionelle als Intermediäre, einschließlich Vermietung bei Monatsmiete von mindestens 10.000 EUR. Abdeckung von Immobilien- und hochvolumigen Miettransaktionen. CDD · EDD · Risk Assessment Immobilientransaktionsscope, Mietschwelle, Kunden- und Objektprüfung.
Art. 3(3)(e)–(f) Personen, die regelmäßig oder hauptberuflich mit Edelmetallen, Edelsteinen oder High-Value Goods handeln. Erfassung mobiler, hochwertiger und geldwäschesensibler Güter. Cash Controls · Reporting · CDD Warengruppenmapping, High-Value-Goods-Controls, Schwellenwert- und Cash-Logik.
Art. 3(3)(g)–(h) Providers of gambling services; crowdfunding service providers and crowdfunding intermediaries. Erfassung von Glücksspiel- und Crowdfunding-Risiken. Risk Assessment · CDD · Monitoring Plattform-, Spieler-, Projekt- und Zahlungsstromanalyse.
Art. 3(3)(i)–(j) Handel oder Vermittlung von Kulturgütern ab 10.000 EUR; Lagerung, Handel oder Vermittlung von Kulturgütern und High-Value Goods in Free Zones und Customs Warehouses ab 10.000 EUR. Erfassung kunst-, kultur- und zollnaher Risikosektoren. High-Value Goods · Reporting · Cash Controls Transaktionswertprüfung, Linked-Transactions-Logik, Free-Zone- und Warehouse-Kontrollen.
Art. 3(3)(k)–(m) Kreditvermittler für Hypotheken- und Verbraucherkredite; Investment Migration Operators; non-financial mixed activity holding companies. Erfassung kredit-, migrations- und holdingbezogener Risikokonstellationen. Scope · EDD · Group Framework Vermittlerscope, Residence-by-Investment-Risk, Holding- und Gruppenmapping.
Art. 3(3)(n)–(o) Football agents; professional football clubs in Bezug auf bestimmte Transaktionen mit Investoren, Sponsoren, Agenten/Intermediären und Transfers. Neue sektorale AMLR-Erfassung des professionellen Fußballbereichs. Scope · EDD · Reporting Transaktionsscope, Investor-/Sponsor-/Transferprüfung, spätere Anwendung ab 10.07.2029.
TOM Mapping

Welche TOM-Ebenen Art. 3 AMLR beeinflusst.

Art. 3 wirkt auf nahezu alle TOM-Ebenen, weil der Verpflichtetenstatus darüber entscheidet, welche Prozesse, Kontrollen, Daten, Meldewege und Governance-Strukturen überhaupt aufzubauen sind.

Regulatory Foundation

  • Obliged Entity Classification
  • Activity Mapping
  • Sector Scope
  • Threshold Logic
  • Application Date Mapping

Governance & Verantwortlichkeit

  • Scope Owner
  • Legal Inventory
  • Management Approval
  • Policy Applicability
  • Aufsichtskommunikation

Risikoanalyse & Risikosteuerung

  • Sektorale Risiken
  • Produkt- und Tätigkeitsscope
  • High-Value-Goods-Risk
  • Investment-Migration-Risk
  • Football-Sector-Risk

Kundensorgfaltspflichten (CDD)

  • Onboarding Scope
  • Customer Definition
  • Threshold-Based CDD
  • Occasional Transactions
  • Linked Transactions

Monitoring, Detection & Reporting

  • Sector-Specific Alerts
  • High-Value Goods
  • Suspicion Reporting
  • Cash Controls
  • Transaction Monitoring

Daten- & Nachweis-Governance

  • Scope Evidence
  • Entity Register
  • Activity Register
  • Threshold Evidence
  • Audit Trail
Scope Governance

Art. 3 sollte als dauerhaftes Scope- und Entity-Classification-Framework umgesetzt werden.

Der Verpflichtetenstatus ist keine einmalige Rechtsfrage. Geschäftsmodelle, Produkte, Lizenzen, Tochtergesellschaften, Vermittlungsrollen, Plattformmodelle, Güterhandel, Kunsthandel, Free-Zone-Strukturen, Investment-Migration-Angebote und Fußballtransaktionen können sich verändern. Deshalb braucht Art. 3 eine laufende Scope Governance.

  • Entity Register: alle Rechtsträger, Niederlassungen und relevanten Gruppenstrukturen erfassen.
  • Activity Register: professionelle Tätigkeiten, Produkte, Dienstleistungen und Transaktionsrollen dokumentieren.
  • Threshold Register: Schwellenwerte für Miete, Kulturgüter, Free Zones und relevante Transaktionswerte abbilden.
  • Change Trigger: neue Produkte, neue Märkte, neue Vermittlungsrollen oder neue Sektoren als Scope-Trigger definieren.
  • Evidence: jede Scope-Entscheidung mit Begründung, Rechtsgrundlage und Freigabe dokumentieren.
Controls & Evidence

Welche Nachweise Art. 3 AMLR erzeugt.

Art. 3 ist besonders prüfungsrelevant, weil fehlerhafte Scope-Entscheidungen dazu führen können, dass AMLR-Pflichten gar nicht oder unvollständig angewendet werden.

Nachweisbereich Typische Evidenz Prüfungsfrage
Obliged Entity AssessmentRechtsträgeranalyse, Lizenzstatus, Tätigkeit, Produktportfolio, Berufsgruppe, Sektorzuordnung.Ist korrekt entschieden, ob eine Einheit Verpflichteter nach Art. 3 ist?
Activity ClassificationMapping professioneller Tätigkeiten auf Art. 3(3)(a)–(o), inklusive Schwellenwert- und Rollenprüfung.Sind alle relevanten Tätigkeiten vollständig erfasst?
Threshold EvidenceMietschwelle 10.000 EUR, Kunst-/Kulturgüter-Schwelle 10.000 EUR, linked transactions, Free-Zone-Konstellationen.Werden Schwellenwerte und verknüpfte Transaktionen korrekt überwacht?
Sector Expansion EvidenceCrowdfunding, Investment Migration, Football Agents, Professional Football Clubs, High-Value Goods.Sind neue AMLR-Sektoren im Scope-Modell berücksichtigt?
Legal-Privilege / Professional Secrecy EvidenceBerufsrechtliche Abgrenzungen, Mandatsklassifikation, Reporting-Ausnahmen, Eskalationspfade.Werden rechtsberatende Tätigkeiten korrekt abgegrenzt?
Scope Change EvidenceNeue Produkte, neue Tochtergesellschaften, neue Länder, neue Vermittlungsmodelle, Managementfreigaben.Wird der Verpflichtetenstatus bei Veränderungen neu geprüft?
Application-Date EvidenceAnwendungsdatum 10.07.2027 bzw. 10.07.2029 für Art. 3(3)(n) und (o).Sind Umsetzungsfristen korrekt in der Roadmap berücksichtigt?
Implementation Blueprint

Wie Art. 3 AMLR praktisch umgesetzt wird.

Die Umsetzung sollte als Scope- und Applicability-Workstream erfolgen — mit Rechtsträger-Mapping, Tätigkeitsanalyse, Schwellenwertlogik, Sektorprüfung, Fristensteuerung und Evidence Management.

1. Entity Inventory erstellenAlle Rechtsträger, Niederlassungen, Gruppenunternehmen, Beteiligungen und Geschäftseinheiten erfassen.
2. Activity Mapping durchführenProdukte, Dienstleistungen, Vermittlungsrollen, Berufsleistungen und Transaktionsarten auf Art. 3(1)–(3) mappen.
3. Sector-Scope prüfenNeue AMLR-Sektoren wie Crowdfunding, Investment Migration, High-Value Goods, Cultural Goods, Free Zones und Football einbeziehen.
4. Threshold Logic operationalisieren10.000-EUR-Schwellen, linked transactions, Mietschwellen und Free-Zone-Schwellen in Prozess- und Systemlogik übersetzen.
5. Governance und Freigabe sichernScope-Entscheidungen durch Compliance, Legal und Management freigeben und regelmäßig überprüfen lassen.
6. Evidence Repository aufbauenAlle Scope-Entscheidungen, Annahmen, Datenquellen, Freigaben und Änderungen revisionssicher dokumentieren.
Next Deep Dives

Nächste logische Artikel-Vertiefungen.

Art. 3 bestimmt den Kreis der Verpflichteten. Die folgenden Artikel konkretisieren Ausnahmen und Cross-Border-Konstellationen.

Definitions

Art. 2 – Definitions

Art. 2 liefert die Begriffe, mit denen Art. 3 auszulegen ist.

Exemptions

Art. 4–6 – Exemptions

Ausnahmelogik für bestimmte Glücksspielanbieter, Fußballclubs und Finanzaktivitäten.

Cross-Border

Art. 8 – Cross-Border Operations

Art. 8 regelt grenzüberschreitende Tätigkeiten und Anwendung nationalen Rechts.

Quellenbasis dieser Seite:

Verordnung (EU) 2024/1624 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2024 zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems für Zwecke der Geldwäsche oder der Terrorismusfinanzierung, insbesondere Art. 3 „Obliged entities“. Art. 3 nennt Kreditinstitute, Finanzinstitute sowie die in Art. 3(3)(a) bis (o) aufgeführten natürlichen und juristischen Personen, soweit sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeiten handeln.

Berücksichtigter Kontext: Art. 2 AMLR zu Definitionen; Art. 4–6 AMLR zu Ausnahmen; Art. 8 AMLR zu grenzüberschreitenden Tätigkeiten; Art. 90 AMLR zum Anwendungsbeginn, insbesondere zur späteren Anwendung für Art. 3(3)(n) und (o).

Diese Seite stellt eine fachliche Analyse-, Mapping- und Transformationsdarstellung dar. Sie ersetzt keinen amtlichen Rechtstext, keine Rechtsberatung und keine verbindliche Aufsichtsauslegung.
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